Ausbau R7: Bürgerinitiative startet Unterschriftenaktion

Der gesamte Streckenverlauf des R7 wurde heuer analysiert. In einer weiteren Projektphase werden Maßnahmen zur Verbesserung konkretisiert und eine Kostenschätzung erfasst. Foto: © Regionalis_Stephanie Knap-Rieger

Der Streckenverlauf zwischen Altenmarkt und Kleinreifling liegt im Fokus der bundeslandübergreifenden Bürgerinitiative. Auf diesem Teilabschnitt des R7 fahren Radfahrer auf der Bundesstraße, die sie sich mit Schwer-, Urlaubs- und Pendlerverkehr teilen.
Der R7 ist einer von zwölf österreichischen Radwanderwegen. Die Route erstreckt sich über drei Bundesländer, in der Steiermark verläuft sie von Mandling bis nach Altenmarkt. Aufgrund des einzigartigen Naturerlebnisses entlang der Strecke ist der Radwanderweg sowohl von großer touristischer als auch regionaler Bedeutung. Aktuell wird an einem Konzept gearbeitet, wie der R7 zusätzlich an Attraktivität gewinnen kann. „Während der Sommermonate wurde der gesamte Radweg von Verkehrsplanern analysiert“, sagt der Vorsitzende des Regionalmanagements Bezirk Liezen, LAbg Bgm. Armin Forstner. Geprüft wurden neben der Routenführung auch Gefahrenstellen und Qualitätsmerkmale, wie etwa Verweilplätze, Sitzmöglichkeiten, Toiletten und Frischwasserzugang. Erste Verbesserungsvorschläge lägen nun am Tisch. Bis Herbst 2021 sollen diese in einem Maßnahmenpaket konkretisiert und eine Kostenschätzung erstellt werden, wie Forstner mitteilt.
13 Kilometer auf der Bundesstraße
Dass Verbesserungen nötig sind, zeigt auch eine länderübergreifende Bürgerinitiative. Mit der Stadt Weyer als Partner ist man nun auch in Altenmarkt aktiv geworden. Gemeinsam hat man zu einer Petition aufgerufen, die binnen eines Monats bereits rund 2000 Unterschriften umfasst. Grund des Aufrufs: Der R7 zwischen Altenmarkt und Kleinreifling. „Dieser 13 km lange Straßenabschnitt verdient die Bezeichnung Radweg einfach nicht. Massive Beschwerden von enttäuschten Radfahrern weisen auf die akute Gefährdung durch den überbordenden LKW-Verkehr, darunter auch viele Mautflüchtlinge, hin“, sagt Günther Hönickl, der Initiator der Bürgerinitiative, und betont: „Auf dem genannten Teilstück ist weder ein gekennzeichneter Radstreifen noch eine Absicherung mit Betonblöcken vorhanden. Die Radfahrer sind gezwungen, wenn dies überhaupt möglich ist, auf einen schmalen Bereich zwischen Bankett und Seitenstreifen auszuweichen. Wenn sich zwei LKW-Sattelzüge treffen, werden sie vom Bankett abgedrängt. Dabei könnte es zu massiven Stürzen mit schwersten Verletzungen und möglichen Todesfolgen kommen.“ Neben der mangelnden Sicherheit von Radfahrern bekrittelt man auch die schwierigere Vermarktung des Radwegs, die durch diese Situation entsteht: „Landschaftlich gesehen ist der R7 einer der schönsten Radwege. Leider müssen Abschnitte auf der Bundesstraße zurückgelegt werden, weshalb er sich schlechter vermarkten lässt“, so der Obmann des Radclubs Dalleno, Gerhard Laresser aus Altenmarkt, der ebenso Mitglied der Bürgerinitiative ist.
Tourismusverband unterstützt Bürgerinitiative
Ein Problem, das auch Gesäuse-Tourismuschef David Osebik nur zu gut kennt: „Unser Ordner mit Beschwerdebriefen ist dick. Die Situation ist, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Der R7 zählt zu den am meist befahrenen Radwanderwegen. Eine wunderschöne Strecke bis zur Lauferbauerbrücke in Admont. Kurz darauf müssen Radfahrer auf die Bundesstraße auffahren. Da ist die Ernüchterung schon eine große“, so Osebik, der betont: „Der Tourismusverband unterstützt die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative.“
Routenführung wird geprüft
„Der Fokus unserer Arbeit liegt auf dem gesamten Ennsradweg. Von Schladming bis Liezen gilt es andere Problemstellungen zu lösen als im Gesäuse“, sagt LAbg. Forstner, der jedoch darauf hinweist: „Wir werden uns die Routenführung im Detail anschauen und versuchen, auf nicht so optimalen Streckenabschnitten bessere Bedingungen zu schaffen.“ Ein weiterer Fokus wird auf den Verweilplätzen und der Beschilderung liegen. Ziel ist es, auf Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke aufmerksam zu machen. Die Fertigstellung der geplanten Maßnahmen wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, denn „das Ganze muss gut durchdacht sein. Schließlich wollen wir die Gesamtsituation nachhaltig verbessern“, so Forstner.