Augenmaß ist gefragt

Fotoquelle: ORF.at

Dass die heurigen Lohnverhandlungen aufgrund der hohen Inflation schwierig werden, war abzusehen. Immerhin war die Teuerung im Betrachtungszeitraum bei 6,3 Prozent, was in aller Regel die Untergrenze für einen Abschluss darstellt. Jetzt liegt eine Forderung der Gewerkschaft von über zehn Prozent am Tisch, was wohl die Leistungsfähigkeit vieler Betriebe übersteigt. Es ist daher mit langen und schwierigen Verhandlungen zu rechnen, an deren Ende hoffentlich ein vernünftiger Kompromiss steht. Immerhin leiden die Betriebe auch an der Teuerung, speziell bei der Energie und den Vorprodukten. Zudem exportiert die Metallindustrie ihre meisten Produkte und ist dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Ein Anheben der Verkaufspreise ist in diesem Umfeld schwierig, zumal die Energiekosten in anderen Teilen der Welt bei weitem nicht so stark steigen wie in Europa.

Es werden daher kreative Lösungen gefunden werden müssen, etwa die Möglichkeit, bis zu 3000 Euro steuerfreie Prämien auszuschütten, was für die Betriebe vergleichsweise billig ist und bei den Mitarbeitern brutto für netto ankommt. Ebenso wird zumindest in den Verhandlungen auch eine gewisse Berücksichtigung von Beihilfen und Steuererleichterungen der Arbeitnehmer gefordert werden, was die Inflation ja in der Praxis eindämmt. Ein Reallohnzuwachs wird am Ende aber jedenfalls herauskommen, aber hoffentlich nicht eine Lohnerhöhung, die die Wirtschaft nachhaltig beschädigt und die Teuerung weiter antreibt. Das hilft nämlich niemandem.

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