Asoziale Netzwerke

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Der Sturm aufs Kapitol in Washington wird mit einiger Wahrscheinlichkeit das politische Ende für Donald Trump bedeuten. Auch in seiner eigenen Partei werden die Vorbehalte gegen den Präsidenten immer größer, was ein gutes Zeichen für den Zustand der amerikanischen Demokratie ist. Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack, denn man hätte kaum für möglich gehalten, mit welch dreisten Behauptungen man in den USA etwas in Bewegung setzen kann.
Eine Hauptrolle bei der systematischen Aufwiegelung von Teilen der Bevölkerung spielten die sozialen Medien. Es ist zu beobachten, dass ein gewisser Teil der Bevölkerung Facebook und Twitter mehr Glauben schenkt, als man je vermuten würde. Die abstrusesten Gedanken finden im Netz Gefolgschaft, Plausibilität wird oft nicht geprüft, Hauptsache, man wird in seiner vorgefassten Meinung bestätigt.
Dieses Problem ist allerdings kein amerikanisches, auch in Europa ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Zu Recht pocht die hiesige Politik auf eine strengere Kontrolle der Inhalte, was in der realen Welt illegal ist, muss auch im Netz verboten sein. Sich nur auf diesen Standpunkt zurückzuziehen ist allerdings zu wenig. Alle sind gefordert, mündige Bürger zu forcieren, die Politik, die Wirtschaft und auch die klassischen Medien. Wer ordentlich ausgebildet und zum sachlichen Diskurs auch über strittige Themen in der Lage ist, läuft am wenigsten Gefahr, den Blendern in den sozialen Netzwerken auf den Leim zu gehen.