Anfang vom Crash?

Die Pleite von Thomas Cook stürzt nicht nur 600.000 Urlauber ins Chaos und 22.000 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit. Sie ist auch ein Ausdruck der gescheiterten Zinspolitik der letzten Jahre. Durch die sehr geringe Zinsbelastung haben nämlich nicht nur die Nationalstaaten ihre Bemühungen gut zu wirtschaften eingestellt, sondern auch zahlreiche Unternehmen. Diese sogenannten Zombiunternehmen überleben nur dank der geringen Zinsbelastung und würden unter normalen Verhältnissen kurzfristig vom Markt verschwinden. Durch die schwächere Konjunktur und den Brexit scheint die Belastung von außen jetzt aber so groß zu werden, dass auch das Nullzinsniveau vielen Unternehmen das Überleben nicht mehr sichern kann. Nach verschiedenen Untersuchungen geht man aktuell davon aus, dass etwa zehn Prozent der Unternehmen in Europa auf Zombiniveau sind. Wenn jetzt tatsächlich ein größerer Teil dieser Unternehmen in Insolvenz geht, würde das auf dem europäischen Arbeitsmarkt eine riesige Lücke reißen und damit auch die Nationalstaaten wieder tiefer in die roten Zahlen drängen.  Maßnahmen gegen ein solches Szenario hat in den letzten Jahren weder die Politik noch die Notenbank gesetzt. Ganz im Gegenteil rennen wir offensichtlich blindlings ins Verderben, siehe Wahlversprechen, siehe KV-Forderungen, siehe Geldgeschenke und unmögliche Forderungen. Jedenfalls wird uns die Reformfaulheit in  den letzten zehn guten Jahren noch teuer zu stehen kommen.