Altaussee bekommt ein neues Veranstaltungszentrum

Da der Entwurf mit einem Satteldach laut Bgm. Gerald Loitzl „etwas gewöhnungsbedürftig war“, gestaltete Architek­tin Aglaja Reicher ein Veranstaltungszentrum mit zwei Satteldächern. Rendering: Architektur Liebessinn

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung in der Losergemeinde waren am 29. Juni Peter Mirnig von der Siedlungsgenossenschaft Köflach und Architektin Aglaja Reicher vom Architekturbüro Liebessinn aus Graz zu Gast, um einen ersten Entwurf des geplanten Veranstaltungszentrums, welches im nördlichen Teil des Altausseer Kurparks situiert sein soll, zu zeigen.

Die Siedlungsgenossenschaft Köf­­lach ist im Ausseerland nicht unbekannt, so wurden unter anderem die Gradieranlage in Altaussee, Miet­wohnungen in Altaussee, in Fischerndorf, der Turnsaal der Volksschule, die Volks­schule Grundl­see, die Wohnhäuser an der Sommers­­bergseestraße und viele weitere Projekte durch sie verwirklicht.

Veranstaltungszentrum für die „Ortskernbildung“

In Altaussee wird schon länger über ein Veranstaltungszentrum diskutiert, da „die Feuerwehr für diverse Festivitäten zwar gerne das Rüst­haus ausräumt, es jedoch nicht die Kernaufgabe für sie ist, immer den Saal festlich zu dekorieren“, so Bgm. Gerald Loitzl. War ursprünglich das Volkshaus, welches seit 50 Jahren existiert, als Veranstaltungs­zen­t­rum angedacht, so kann Loitzl dieser Idee nicht mehr viel abgewinnen: „Wir haben dort Wohnungen drinnen. Das bringt Spannungs­poten­zial, wenn gleichzeitig Veranstal­tun­gen dort stattfinden.“ Und so wurde das Architekturbüro „Liebessinn“ mit einem ersten Entwurf beauftragt, der am besagten Tag dem Gemeinderat vorgestellt wurde. Vorangegangen war dieser Präsentation ein Infor­ma­tionsabend, zu dem alle Vereine und Kultur­veranstalter eingeladen waren.

Multifunktionales Gebäude

Der Entwurf sieht vor, dass ein Gebäude mit zehn Meter hohem Doppel-Satteldach (ein einfaches Satteldach stieß eher auf Ableh­nung) im nördlichen Teil des Kur­parks direkt an das Kur- und Amts­haus angebaut werde. Dadurch er­gibt sich die Gelegenheit, dass die Trinkhalle um einige Quadratmeter vergrößert werden könnte. In Zukunft will man die Heilquelle mehr forcieren. Der Kurpark selbst wird zur Gänze in das Projekt einfließen, indem es auch als Zu­schauerraum ge­nutzt werden kann. Der große Ver­anstaltungssaal fasst ca. 250 Sitzplätze oder 30 Tische. Auf einer Galerie finden weitere 30 Personen Platz. Alle Räume wären flexibel einzuteilen, um auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein – von der kleinen Lesung bis hin zu Großveran­staltun­gen, bei denen die Gäste im Kurpark stehen und der Veranstaltungsraum als Bühne dient. Der Bereich zwischen Veranstal­tungs­saal und Kur­park wird durch eine Terrasse abgeteilt, eine Glas­fassade kann gänzlich verschoben werden, um Raum zu schaffen. Im Westen des Gebäudes soll ein Café eingerichtet werden, welches ganzjährig bewirtschaftet ist.

Baugrenzen ausgenützt, Bebauungsdichte nicht

„Wir sind weit davon entfernt, die Bebauungsdichte auszunutzen, jedoch die Baugrenzen haben wir bei dem Plan voll ausgenützt, um eine Heimat für unsere Vereine, für die Salinenmusikkapelle und für alle zu schaffen, die in Altaussee Veranstaltungen ausrichten wollen. Ich erhoffe mir dadurch eine richtige Zentrumsbildung, wie sie Altaussee ja derzeit noch nicht hat“, so Bgm. Gerald Loitzl dazu.

Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,8 Millionen Euro. Die Siedlungsgenossenschaft Köflach bekäme ein Baurecht eingeräumt und die Gemeinde würde dann nach Ablauf dieser Zeit und mit der letzten Rate das Gebäude ins Eigentum übertragen bekommen.

Der Zeitplan für die Umsetzung ist ziemlich sportlich. Mehrfach interessierten sich die Gemeinderäte dafür, wann eröffnet werden könnte. „Wenn wir wirklich alle zusammenarbeiten, kann man im Frühling des  Kulturhauptstadtjahres mit einer Eröffnung rechnen. Das könnte sich ausgehen“, so die Architektin ab­schließend.