Alouette III: Abschied von einer Legende

Beginn des Festaktes: Drei Alouette III in Sonder-lackierung mit der EU-, Österreich- und Steiermark-Fahne. Foto: Holzmüller

57 Jahre und 198.000 Flugstunden: In der Kaserne Fiala-Fernbrugg in Aigen im Ennstal verabschiedete man sich feierlich vom Mehrzweckhubschrauber Alouette III.

Ein Formationsflug dreier Alouette-III-Hubschrauber mit den Flaggen der Europäischen Union, Österreichs und der Steiermark markierte feierlich den Beginn des Festaktes zur Verabschiedung der langgedienten Mehrzweckhubschrauber. Um der Alouette III einen würdigen Abschied zu bereiten, richtete das Kommando Luftunterstützung zusammen mit der Mehrzweckhubschrauberstaffel in Aigen im Ennstal eine gelungene Feier zum „Fly Out“ aus.

„Über ein halbes Jahrhundert leistete die Alouette III wertvolle Dienste, wo so viele Techniker und Piloten eins geworden sind mit dem Fluggerät“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Eine Ära gehe zu Ende, eine neue habe begonnen. Leistungsstark, zuverlässig und vielseitig verwendbar war die „Lerche“. Der 1967 im Österreichischen Bundesheer in Dienst gestellte Mehrzweckhubschrauber wird durch den neu beschafften Leonardo AW169 abgelöst. Der Flugbetrieb mit der Alouette III soll mit Ende des ersten Halbjahres 2024 vollständig eingestellt werden. Mit den „Lions“ starte man nun in eine neue, zukunftsträchtige Ära in der Militärfliegerei. Rund 36 Maschinen werden künftig im Bestand des Bundesheeres sein, die Wartung aller Maschinen erfolgt in der Fliegerwerft Aigen.

Auch für Landeshauptmann Christopher Drexler ist der Abschied der Alouette III ein zwiespältiges Ereignis. Zum einen wehmütig, weil sie – ein Fluggerät mit Eleganz und großartiger Rundumsicht – einfach zu Aigen gehörte und über Jahrzehnte Sicherheit geboten hat, auf der anderen Seite bieten die neuen „Lions“ Perspektiven für die Zukunft, denn mit der Anschaffung bleibt der Stützpunkt Aigen nicht nur erhalten, sondern erfährt eine Aufwertung. Die Kaserne Fiala-Fernbrugg ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, rund 200 Bewerbungsgespräche wurden in den vergangenen Monaten bereits geführt. „Es ist bemerkenswert, wie viele Personen sich interessieren, an diesem Standort nun zu arbeiten“, freut sich der Landeshauptmann. Die Alouette III, so Gerfried Promberger, Kommandant der Luftstreitkräfte, habe maßgeblich die Gebirgsfliegerei in Österreich geprägt. Der Klang des Hubschraubers galt als Symbol für Hilfe aus der Luft. Neben Aus­lands­einsätzen in Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo unterstützte die Alouette III maßgeblich bei Assistenzeinsätzen wie Waldbränden und Hochwasserereignissen.

Beeindruckende Flugshow

Tausende Besucher ließen sich nach dem Festakt den „Tag der offenen Tür“ mit Flugshow und Kasernenfest in Aigen nicht entgehen und bereiteten der Alouette III einen würdigen Abschied. Neben einer Lösch-Vorführung der Alouette III, Gefechts- und Windenvorführungen, Kunstflügen, etc. präsentierten die Blanix-Piloten eine berührende Kür, der Red-Bull-Hubschrauber bot eine beeindruckende Show mit waghalsigen Stunts, Fallschirmspringer zeigten punktgenaues Landen. Die Flugshow fand schließlich ihren emotionalen Abschluss mit einem Formationsflug von fünf Alouette-III-Hubschraubern.

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