Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Verbesserung für Patienten fix

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Bereitschafts-Arztpraxen öffnen auch an Wochenenden.Beginnend mit kommenden Wochenende wird der ärztliche Bereitschaftsdienst in der Steiermark optimiert. Der bisher bestehende Visitendienst wird an Wochenenden und Feiertagen durch Ordinationsdienste in jeder Region mit Öffnungszeiten von 8 bis 11 Uhr ergänzt. Bis Mittwoch stand jedoch noch nicht fest, welche Ordinationen im Bezirk Liezen geöffnet haben. Die – je nach Größe des Gebiets – ein bis zwei Bereitschaftsordinationen pro Region sind von den niedergelassenen Ärzten auf freiwilliger Basis buchbar. Um einen möglichst großen Pool an teilnehmenden Ärzten zu erreichen, können, wie beim Visitendienst, sowohl Kassen- als auch Wahlärzte teilnehmen. Bei den letzten offenen Verhandlungspunkten zwischen Gesundheitsfonds Steiermark, Steiermärkische Gebietskrankenkasse und Ärztekammer Steiermark ging es vor allem darum, ein Abrechnungsmodell zu finden, durch das den Patienten beim Besuch einer Bereitschaftsordination keine Kosten entstehen.  Man einigte sich darauf, dass die teilnehmenden Ärzte für die Öffnung einer Bereitschaftsordination eine Pauschale von 700 Euro pro Ordinationsdienst erhalten. 574 Euro werden für kurative Leistungen von der Gebietskrankenkasse übernommen, 126 Euro kommen vom Gesundheitsfonds Steiermark dazu. Damit ist sichergestellt, dass ein Patient auch bei Besuch einer geöffneten Wahlarztpraxis, die am Bereitschaftsdienst teilnimmt, keinen organisatorischen Unterschied zum Besuch einer Kassenpraxis erlebt – also auch keinerlei Zahlungen leisten muss. Übernimmt ein Arzt im Anschluss an seinen Ordinationsdienst auch den Visitendienst von 12 bis 18 Uhr, werden zusätzliche 42 Euro ausbezahlt und die entsprechenden Leistungen, die im Rahmen des Visitendienstes erbracht werden, wie bisher abgegolten.  Kassenvertrags-Ärzte können sich bis zu sechs Monate im Voraus für den jeweiligen Bereitschaftsordinationsdienst anmelden, Wahlärzte ab zwei Wochen vor dem Dienst. Eine Übersicht über alle geöffneten Ordinationen, also auch jene im Bezirk Liezen, sollte die neue Website www.ordinationen.st bieten, doch die war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht online. Auf Nachfrage beim Steirischen Gesundheitsfond verwies man lapidar auf Probleme mit der Technik und dem Datenschutz. Wer die Website aufrief, bekam lediglich einen blauen Himmel mit einigen Wolken zu sehen – nicht einmal ein Hinweis, warum die Homepage nicht funktioniert oder an wen man sich wenden könnte, war zu finden. Eine an sich gute Sache wird durch eine solch unprofessionelle Umsetzung schneller in Mißkredit gebracht als man denkt. Der „Ennstaler“ versuchte dazu eine Stellungnahme von Gesundheitsfond-Geschäftsführer Bernd Leinich zu erhalten, der jedoch trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar war.