Verhandlungen um "Urwald" gescheitert

Ein einzigartiger Urwald erstreckt sich über das Lassingbachtal in Wildalpen. Nun sind die Verhandlungen, das Naturjuwel unter erhöhten Schutz zu stellen, vorerst gescheitert.

Land Steiermark und dem Grundbesitzer Bundesforste sind die Verhandlungen gescheitert. Grund: Es konnte keine finanzielle Einigung erzielt werden.
Einer der letzten weitgehend unberührten Buchenwälder Mitteleuropas erstreckt sich über das Lassingbachtal in Wildalpen. 6500 Hektar groß ist das steirische Naturjuwel, das an das Wildnisgebiet Dürrenstein (NÖ) angrenzt. Jahrhundertelang wurde aufgrund der Abgeschiedenheit dieses Gebiets keine Forstwirtschaft betrieben. So hat sich der Wald natürlich entwickeln können. Um die Ursprünglichkeit des Waldkomplexes zu erhalten, sollte das Lassingbachtal unter erhöhten Schutz gestellt werden.  Bereits im Herbst 2015 wurde das Land Steiermark aktiv und leitete dementsprechende Vorbereitung ein, um das Lassingbachtal zum "Wildnisgebiet" zu ernennen. Nach zweijährigen Verhandlungen mit dem Grundeigentümer, den Bundesforsten, ist dieses Vorhaben nun auf Eis gelegt. Denn vorerst konnte keine Einigung über die Höhe der Entschädigungszahlungen erzielt werden. Gleich zweifach bitter ist der momentane Ausgang der Verhandlungen zwischen Land und Bundesforste. Zum einen ist derzeit ein strenger Schutz des Urwalds nicht gegeben und zum anderen hätte man gute Chancen gehabt, das erste UNESCO-Weltnaturerbe Österreichs in die Steiermark zu holen. Doch vielleicht ist noch nicht aller Tage Abend, denn aus dem Büro des zuständigen Landesrats Anton Lang heißt es: Man sei durchaus bereit, die Gespräche wieder aufzunehmen, allerdings nur bei einer dementsprechenden Bewegung von Seiten der Bundesforste. Der Grundeigentümer solle nicht schlechter aussteigen, aber man könne ihn auch nicht überzahlen. Man wolle sorgfältig mit Steuergeldern umgehen und einen fairen Preis für beide Partner erzielen. Auch die Grünen wollen einen Abbruch der Verhandlungen nicht einfach hinnehmen und forderten bereits eine Wiederaufnahme der Gespräche. "Laut Umweltbundesamt sind nur mehr drei Prozent der österreichischen Wälder forstlich unbenutzt - wir müssen diesen Urwald im Lassingtal als Erbe für die kommenden Generationen erhalten", so der Grünen-Klubobmann Lambert Schönleitner.

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