Ramsauer Frühlingsfest mit Rekorden

Der Festumzug bildete auch heuer den abschließenden Höhepunkt des Frühlingsfestes. Foto: Hans Simonlehner

An die 15.000 Besucher bei abschließendem Festzug. Ein Prachtwetter und das Zusammenfallen mit den Pfingstfeiertagen waren wohl der Grund dafür, dass beim "32. Frühlingsfest der Pferde" in der Ramsau am Dachstein alle bisherigen Rekorde gebrochen wurden. Nach Aussage der Veranstalter säumten an die 15.000 begeisterte Zuschauer den rund einen Kilometer langen Weg des Festzugs von der Stiererbrücke nach Ramsau Ort.  Ein Rekord wurde aber auch mit der Anzahl der Gespanne und Gruppen erzielt. Im Programmheft schienen gleich 50 (!) Gruppen mit teils traditionellen, teils mit neuen, phantasievoll geschmückten Figuren auf. Mehr als 450 Frauen, Männer, Dirndln und Buam waren daran beteiligt. Hauptdarsteller aber waren die 150 Pferde, die den Kutschen und Wägen vorgespannt waren. Die Ramsau wurde als pferdestärkste und pferdefreundlichste Gemeinde der Steiermark ihrem Ruf wieder einmal mehr als gerecht. Es fällt schwer, einzelne Gespanne besonders hervorzuheben, so schön und mit so viel Arbeit und Mühe waren in ihrer Gesamtheit mehr als 1.000 Menschen der Ramsau beschäftigt, dem Fest einen würdigen Rahmen zu geben. Da sind die Margeritenpflücker und die Stecker ebenso zu nennen, wie die Pferdebesitzer, die Begleiter, die Musikkapellen, die Kinder, einfach alle, die mitgeholfen haben.  Den Festzug eröffnete nach alter Tradition die Schnalzergruppe aus Altenmarkt im Pongau, gefolgt von der Trachtenmusikkapelle Ramsau am Dachstein. Auffallend waren die Goldhauben- und Kopftuchträgerinnen aus Bad Goisern, die jungen Alphornbläser der Musikschule Schladming und die "Schindlkliaba" Georg und Hanspeter Kirchgasser. Eine Premiere feierten die Ramsauer Schnalzer, denen ihr erster öffentlicher Auftritt glänzend gelang. Für die zahlreichen Besucher aus der Bundeshauptstadt wurde eigens ein Blumen-Riesenrad mitgeführt. Auf dem Wagen mit der Nummer 20 präsentierten sich die am Vorabend im Festzelt gekürten Dachstein-Hoheiten Bianca Rettenwender aus Ramsau und Monique Simon aus Haus im Ennstal. Und mit der "Startnummer" 23 wurden die Gewinner des Bartträger-Wettbewerbs vom Samstag kutschiert. Da war aber noch nicht einmal die Hälfte der Gespanne vorbei. Ebenfalls zum ersten Mal in der Geschichte des Frühlingsfests war ein Viererzug mit den Tigerhengsten von Franz Hötzinger aus Oberösterreich dabei. Helga und Klaus Schrempf vom Kielerhof waren dafür verantwortlich, dass mit einem Mühlrad richtiges Mehl gemahlen wurde, und sie lenkten gleichzeitig ein Gefährt mit den "Ramsauer Kirchenspatzen". Der Heuartfigur "Bruno Bär", der auf das Heu-Art-Fest im Salzburger Tennengau im Spätsommer hinwies, folgte der Wagen mit den Ehrengästen. Darauf hatten NAbg. Karl Schmidhofer, Bürgermeister Ernst Fischbacher, sein Amtskollege Franz Handler von der Partnergemeinde Bad Blumau, der Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Steiermark, Helmut Atzlinger und Planai-Geschäftsführer Georg Bliem Platz genommen. Die Volksschule mit Schulleiterin Katharina Rettenbacher feierte ebenso wie die Gletscherbahn Dachstein das 50-jährige Bestehen des Gebäudes: Neu war hingegen die "Seethalerhütte", die offiziell zwar erst im August eröffnet wird, aber als Blumenwagen vorgestellt wurde. Eine dritte Schnalzergruppe stellten die Filzmooser unter Obmann Andreas Steiner. Vom Bierwagen der heimischen Brauerei Schladming herab gab es Schladminger Bier. Die pferdemäßig stärksten Abordnungen stellten die Reiterhöfe Brandstätter-Töltl und Zechmann. Die "Dienstag-Turnerinnen" von Gertraud Engelhardt glänzten mit der Blumenfigur "Dachsteinmassiv" und der Bergsteigerlegende Sepp Strasser auf der Kutsche. Den Abschluss bildeten ein Mini-Shettypony-Gespann, die Wanderreiter von Josef Simonlehner und ein Pferdegespann mit Trachten aus Wildon. Unterbrochen wurde der Festzug zwischendurch von Darbietungen der Musikkapellen Schladming, Pichl an der Enns und Jedenspeigen sowie durch Tänze der Volkstanzgruppe Ramsau. Alle Gespanne konnten danach noch auf der Festwiese im Langlaufstadion näher bewundert werden, bevor es ins bereits übervolle Zelt ging, wo den ganzen Nachmittag die oben erwähnten Musikkapellen aufspielten.  Der Reinerlös des Zeltfestes floß wieder dem Bergrettungsdienst Ramsau zu. In diesem Zusammenhang bedanken sich Bergrettung, Gemeinde und Tourismusverband ganz herzlich bei allen Grundbesitzern und Mitarbeitern, die zum großartigen Gelingen des Fests beigetragen haben. Die Hauptarbeit für den Festzug lag wohl bei den beiden Damen Christine Pitzer vom Ederhof und Doris Simonlehner vom Stiererhof. Beide waren aber vom diesjährigen Erfolg so überwältigt, dass sie sich spontan bereit erklärten, im nächsten Jahr die gleichen anspruchsvollen Aufgaben wieder zu übernehmen.

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