Mittwoch, 12. Dezember 2018

Neupositionierung der Klinkehütte

Ein hoher finanzieller Aufwand und unzählige Arbeitsstunden waren nötig, um die Klinkehütte zukunftstauglich zu machen.

Erbaut wurde die viel besuchte Hütte am Fuße des Kalblings 1940 vom "Bergsportverein Gesäuse" als alpine Ausbildungskaserne der Wehrmacht. Seitdem blickt die von der ÖAV-Sektion Admont-Gesäuse betreute Klinkehütte auf eine besonders wechselvolle Geschichte zurück.  Die Glanzzeiten erlebte das Haus in den 1970er-Jahren, in welchen die Kalbling-Höhenstraße, der Hüttenzubau und ein einst beliebter Skilift errichtet wurden. Es folgten schwierige Jahrzehnte der Bewirtschaftung und schlussendlich ein langwieriger Rechtsstreit mit dem letzten Pächter, der den Ruf des Hauses ins Bodenlose sinken ließ.  Die Größe der auch im Winter geöffneten Hütte und die damit verbundenen Erhaltungskosten, aber auch die hohe Besucherfrequenz des Gebietes zwang den Sektionsvorstand, der Klinkehütte ein langfristig funktionierendes Konzept zu verleihen. Dabei besann man sich auf den ursprünglichen Zweck des Hauses als alpine Ausbildungsstätte, da die Bedingungen für ein ganzjährig nutzbares Zentrum geradezu ideal sind. Per Pkw erreichbar, mit über 100 Schlafplätzen, einem separaten Seminarraum, einer hauseigenen Übungskletterwand sowie mit einem alpinen Umfeld in direkter Hüttennähe, sind die Voraussetzungen für Ausbildungsgruppen jeder Größenordnung optimal aufbereitet. Zurzeit sind diesbezüglich Angebote an Institutionen wie Bergrettung, Rettungshundestaffeln und Alpinpolizei, aber auch diverse Pakete mit heimischen Bergführern in Vorbereitung. Der verantwortliche AV-Vorsitzende Ernst Kren dazu: "Die Nachfrage nach Häusern mit derartigen Voraussetzungen ist groß. Daher sind wir optimistisch, dass sich die Klinkehütte als alpines Bildungszentrum in wenigen Jahren etabliert haben wird. Zudem kommt, dass sich die Nationalparkregion Gesäuse touristisch ebenfalls auf ihre Kernkompetenz - als Universität des Bergsteigens - konzentrieren wird, womit dem Haus eine zusätzliche Bedeutung zuteil wird." Vorab musste das 75 beziehungsweise 47 Jahre alte Haus jedoch zukunftstauglich gemacht und das Objekt einer Generalsanierung unterzogen werden. In sechswöchiger Bauzeit wurden seitens der Sektion 80.000 Euro investiert, wobei alle Aufträge an heimische Betriebe vergeben wurden. Das Projekt wurde zudem - neben rund 3500 Arbeitsstunden durch freiwillige Helfer - von lokalen Betrieben mit Materialspenden unterstützt. In den kommenden Jahren sind weitere Investitionen geplant, wobei vor allem thermische Maßnahmen und erneuerbare Energieformen im Vordergrund stehen werden. Bei der Neuvergabe des Hauses gingen die AV-Verantwortlichen besonders umsichtig vor und sondierten die Bewerber nach einem spezifischen Kriterienkatalog, welchen Christian Kraus und Edeltraud Kammerhofer vollständig erfüllten - die sympathischen Oberösterreicher bestanden auch schon die ersten Bewährungsproben, wo täglich hunderte Besucher das Haus besuchten, mit Bravour. Auch für die kommende Wintersaison ist man bereits gerüstet, sobald der erste Schnee fällt, wird mit der Präparierung der beliebten Rodelbahn zur Kaiserau begonnen.

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