Neuer chirurgischer Leiter in Rottenmann vorgestellt

Der Krankenhausverband Rottenmann-Bad Aussee hat einen neuen chirurgischen Leiter. Primarius Dr. Savo Miocinovic (4.v.li.) sprach sich bei seiner offiziellen Vorstellung am vergangenen Mittwoch ganz klar für ein Zentralkrankenhaus im Bezirk aus.

Vergangenen Mittwoch wurde der neue chirurgische Leiter des Krankenhausverbandes Rottenmann-Bad Aussee offiziell vorgestellt. Bei seiner Rede hat sich Primarius Savo Miocinovic als Befürworter des geplanten Zentralkrankenhauses positioniert.
Primarius Dr. Savo Miocinovic leitet seit kurzem die beiden chirurgischen Abteilungen in Bad Aussee und Rottenmann, die er, nach eigenen Angaben, schon bald zu einer Einheit zusammenführen will. Diese soll so aufgebaut werden, dass sie den Anforderungen des neuen Zentralkrankenhauses entspricht, sagte Miocinovic, der sich gegen die Erhaltung der drei chirurgischen Abteilungen in den Krankenhäusern Rottenmann, Bad Aussee und Schladming aussprach und sich als Befürworter des geplanten Zentralkrankenhauses positionierte.
Ärztemangel durch neues Arbeitsgesetz
"Es ist nicht möglich, alle drei Abteilungen ausreichend mit Personal zu bespielen, um dem neuen Ärztearbeitsgesetz zu entsprechen", sagte Miocinovic. Nach seinen Angaben brauche es nach den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen zwölf bis 14 Ärzte, um allein eine einzige chirurgische Abteilung betreiben zu können. Da die Abteilungen für allgemeine Chirurgie und Unfallchirurgie nicht mehr gemeinsam, sondern nun getrennt geführt werden, erhöht sich der Bedarf an Ärzten mit chirurgischer Ausbildung zusätzlich auf rund 24 Fachkräfte pro Spital. Für den bloßen Erhalt der chirurgischen Abteilungen in Rottenmann, Bad Aussee und Schladming wäre also ein Aufwand von 72 Fachärzten von Nöten.
Pensionswelle und geänderte Ausbildung
Als Grund für die Notwendigkeit, die chirurgische Abteilung von der allgemeinen zu trennen, nannte Miocinovic die geänderte Ausbildung, die junge Ärzte nun durchlaufen. "Ich bin Allgemein- und Unfallchirurg", sagte Miocinovic, "doch diese Leute werden heute nicht mehr ausgebildet. Es gibt nur mehr wenige Ärzte in der Steiermark, die beides können." Geändert hat sich jedoch nicht nur der Inhalt des Studiums, auch die Aufnahmekriterien wurden durch Zugangsbeschränkungen erschwert. "Hier ist die Politik gefragt", sagte der neue chirurgische Leiter, "durch die neuen Rahmenbedingungen geht es sich einfach nicht aus, so viele Ärzte auszubilden, um die zu ersetzen, die in Pension gehen." Auch für Helmut Gassner, stellvertretender Obmann der Bürgerinitiative BISS, die zum Erhalt der drei Spitalsstandorte im Bezirk ins Leben gerufen wurde, ist der "Ärztemangel ein heikles Thema", wie er sagte. "Man kann dieses Problem nicht der Bevölkerung aufbürden, sondern hier hätte die Politik schon längst reagieren müssen", so Gassner. Der Ausweg aus dem Ärztemangel, der sich gerade im ländlichen Bereich rasant ausbreitet, liegt für Primarius Miocinovic im neuen Zentralkrankenhaus.
Tageskliniken vermindern stationäre Aufenthalte
"Ich glaube, die rund 80.000 Einwohner des Bezirkes kann man medizinisch gut versorgen, wenn man das neue Zentralkrankenhaus gut positioniert, wo es genau stehen wird, haben wir Ärzte jedoch nicht zu entscheiden", so Miocinovic.  Dieser Meinung schließt sich die Bürgerinitiative BISS jedoch nicht an. Ein wesentliches Kernargument gegen die Errichtung eines Zentralspitals ist für BISS die geplante Bettenanzahl. Verzeichnen die drei Krankenhäuser in Rottenmann, Bad Aussee und Schladming aktuell eine Gesamtanzahl von 338 Betten, sind im neuen Leitspital nur 226 Betten vorgesehen. "Betten sprechen nicht für die Qualität einer medizinischen Versorgung", bezog der neue chirurgische Leiter Stellung zu diesem Thema, denn "es gibt Berechnungen, wie viele Betten es braucht, um die Einwohner und die Touristen optimal zu versorgen. Wichtig ist es, so viele Betten zu haben, wie notwendig sind und nicht mehr", sagte Miocinovic. Unterstützung bekam er dabei vom ärztlichen Direktor des Krankenhauses Rottenmann, Primarius Dr. Gerhard Melzer: "Die Zukunft liegt auch in der ambulanten Medizin. Durch unsere Arbeit in Tageskliniken verringert sich der stationäre Bedarf." Eine solche Einrichtung existiert bereits in Rottenmann. Mittels Tagesklinik werden schon jetzt geeignete chirurgische Eingriffe ambulant und nicht mehr stationär behandelt.  Trotzdem: Klein beigeben will die Bürgerinitiative BISS nicht und plant nächste Schritte: "Wir wollen uns mit Bürgerinitiativen in der ganzen Steiermark vernetzten", sagte Gassner, der so erhöhte Chancen sieht, in diesem Anliegen bei zuständiger Stelle auch gehört zu werden.

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