Ist Arbeit asozial?

Bildquelle: derstandard.at

Fünfzig Prozent des österreichischen Bundesbudgets fließen inzwischen ins Sozialsystem. Deswegen ist trotz Rekordsteuerbelastung und Rekordsteuereinnahmen das Erreichen eines ausgeglichenen Budgets seit Jahren unmöglich. Zudem steigen die Sozialausgaben wesentlich stärker als das Wirtschaftswachstum, was die Kluft alljährlich vergrößert. Wenn man also den österreichischen Staatshaushalt wieder einigermaßen ins Lot bringen will, ohne auch noch den letzten Leistungswilligen aus dem Land zu vertreiben, dann wird man um Einsparungen nicht herumkommen. Diese relativ simple Einsicht sollte man der aktuell recht hysterisch verlaufenden Debatte um diverse Änderungen im System unbedingt zugrunde legen. Denn es ist relativ logisch, dass jede Einsparung individuelle Verlierer produziert und man relativ einfach den schlimmsten Fall aus dem Hut zaubern kann und den Untergang des Sozialstaates oder gar des ganzen christlichen Abendlandes herbeireden kann. Das liegt aber zu einem Gutteil daran, dass in den vergangenen Jahren unser ohnehin wahnwitziger Sozialstaat immer weiter aufgebläht wurde. Wenn man jetzt von Verschlechterungen für die Ärmsten spricht, ist das erstens nicht immer redlich, weil immer Extrembeispiele gebracht werden, und nicht die jener, die es sich im System gemütlich gemacht haben. Zweitens, und das wiegt noch viel schwerer, wird immer vergessen, dass jene, die einer ordentlichen Beschäftigung nachgehen, seit Jahren dafür immer noch weniger in der Tasche haben. Irgendwann sollen die, die den Kuchen backen, aber auch ein Stück davon bekommen. Diese Einsicht war wohl auch einer der Gründe für das recht deutliche Wahlergebnis.

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