Ein Trauerspiel

Wieder einmal sorgt sich das Parlament um das österreichische Wasser, weswegen von der SPÖ der Antrag eingebracht wurde, dessen Schutz mit einem Verfassungsgesetz abzusichern. Ein solches gibt es allerdings bereits seit 2013, wenig überraschend standen auch damals Wahlen vor der Tür. Der Glaube, mit solchen sinnentleerten Aktionen Stimmen fangen zu können, ist scheinbar immer noch stark ausgeprägt. Dabei scheint die Bevölkerung diese Entwicklung sehr viel differenzierter zu sehen. Immerhin geben in einer Umfrage über siebzig Prozent der Österreicher an, dass sie sich keine unüberlegten Beschlüsse des Nationalrates vor der Wahl mehr wünschen, vor allem, wenn diese über das Budget hinausgehende Belastungen in der Zukunft bringen. Aber scheinbar sind die Parlamentarier nicht lernfähig und schon in der ersten Sitzung völlig außer Rand und Band. Geifernd nach der Schlagzeile von morgen und in der trügerischen Hoffnung auf Stimmgewinne wird im Minutentakt beschlossen, was sonst monatelang akkordiert und überlegt wird. Glyphosatverbot, Plastiksackerlverbot, Papamonat, Rauchverbot, man beschließt einfach fröhlich vor sich hin. Es ist eine gefährliche Drohung, wenn sich dieser Chaotenhaufen dann den Dingen zuwendet, die Geld kosten. Wer das Ganze dann umsetzt und bezahlt, interessiert die handelnden Personen leider nicht. Ein Trauerspiel der Sonderklasse, das uns jetzt vier Monate begleitet.

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