Arbeiten statt feiern

Bildquelle: images01.oe24.at

Wie schon nach der Wahl in Niederösterreich können wir nun auch in Tirol ein neues Phänomen beobachten: Es gibt nur mehr Sieger und das liegt schlicht daran, dass Parteien mit insgesamt 20 Prozent der Stimmen nicht mehr angetreten sind. Wenn dann jede der verbliebenen Parteien einige Brotkrumen aufsammelt, dann kommt für alle ein Plus heraus. Und wer das nicht hat, kann immer noch auf schlechte Umfragen, schlechte Startvoraussetzungen oder was auch sonst immer hinweisen. Diese kollektive Selbstzufriedenheit und Jubelstimmung ist zwar nett anzuschauen, aber mit vernünftiger Politik hat all das wenig zu tun. So haben die Regierungsparteien, abgesehen von dem einigermaßen herzeigbaren Wahlergebnis, wenig zu lachen. Vielmehr stolpern sie aktuell thematisch von einem Fettnäpfchen ins andere, und wenn nicht zeitnah endlich die ersten ernstzunehmenden Reformvorhaben auf den Tisch kommen, werden sich die Wähler rasch wieder abwenden. Auch die SPÖ sucht sich aktuell noch selber, in der öffentlichen Wahrnehmung ist sie kaum vorhanden. Dann noch ein Wahlergebnis zu feiern, das weit unter jenem bei der vergangenen Nationalratswahl liegt, ist auch fragwürdig. Die Grünen verlieren ihren Bundesratssitz in Tirol und damit wohl endgültig den Klubstatus im Parlament, was auch nicht unbedingt geeignet ist, um Jubelstürme auszulösen. Und im Ergebnis ist das eingetreten, was man ohnehin erwarten musste, Platter bleibt Landeshauptmann und kann sich einen Partner aussuchen. Anders wäre das auch nicht gekommen, wenn Regierung und Opposition die Arbeit schon aufgenommen hätten, anstatt nur auf die Wahlen zu schielen.

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