Montag, 23. Oktober 2017

Zentren in Gemeinden sterben immer öfter aus

Das ehemalige Café Central wird einer umfassenden Sanierung unterzogen. Geplant sind Flächen für Gewerbe- und Gastronomiebetriebe sowie leistbarer Wohnraum.Foto: Rodlauer-Greimeister ZT

Verklebte Auslagen, leerstehende Gebäude und Ortskerne - dies ist mittlerweile ein Problem, das nicht nur in Städten Einzug hält, sondern auch im Bezirk Liezen. Man nehme als Beispiel unsere Bezirkshauptstadt - durch das neue Einkaufszentrum südlich der Bundesstraße wurde dem Stadtkern keinesfalls Leben eingehaucht, er stirbt aus.
Der Handel zieht von der Innenstadt in die Peripherie, Ortskerne leeren sich, Geschäfte verschwinden. Dies kann oftmals vielfältige Gründe haben, sei es der Mangel an Parkplätzen, keine Möglichkeiten für Erweiterung von Geschäftsflächen oder Fehler in der Raum- und Stadtentwicklung. Ohne Nutzung der freien Flächen in den Ortskernen besteht die Gefahr, dass Gebäude verfallen, da die Erhaltung oftmals wirtschaftlich nicht rentabel ist.
Ortskernbelebung in Irdning
Eine begrüßenswerte Initiative startet nun die Gemeinde Irdning-Donnersbachtal. Hierzu wurde vergangenen Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung in den Sitzungssaal geladen, um das Projekt "Irdning 2020 - Ortskernbelebung und Leerstandsmanagement" zu präsentieren. Das vorgestellte Projekt sieht in einem ersten Schritt eine Ortskernbelebung von Irdning vor, Donnersbach und Donnersbachwald sollen folgen. Ziel ist die Reduktion von gewerblichen sowie wohnräumlichen Leerständen. "Es herrscht definitiv Handlungsbedarf", bekräftigte Bürgermeister Herbert Gugganig. In erster Linie soll dem "Schandfleck", wie er vor Jahren bereits betitelt wurde, dem Café Central, neues Leben eingehaucht werden. Unternehmer und Sachverständiger Ing. Mag. Christian Bauer, DI Caroline Rodlauer vom Ziviltechnikerbüro Rodlauer-Greimeister und Steuerberater Mag. Martin Hochfellner präsentierten dazu die geplanten Maßnahmen  Gewerbe und leistbares Wohnen
Im Erdgeschoß des ehemaligen Kaffeehauses soll Platz für Gewerbe- und Gastronomiebetriebe geschaffen werden, das erste Obergeschoß und Dachgeschoß wird mit insgesamt neun barrierefreien Wohnungen zwischen 55 und 90 Quadratmetern dem Wohnnutzen zugeführt. Die Fassade des Erdgeschoßes wird dem Ortsbild der umliegenden Gebäude angepasst. Auf der Hinterseite sind ein Innenhof sowie Parkmöglichkeiten geplant.
Bürgerbeteiligung
Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich ohne Förderungen auf 2,1 Millionen Euro. Für die Finanzierung des Projektes ist ein Bürgerbeteiligungskonzept vorgesehen, sprich mehrere Interessenten schließen sich als Gesellschafter zusammen. Gefördert wird das Projekt "Café Central" durch Leader, Agenda 21 und dem Land Steiermark.
Anregungen
Trotz der Anwesenheit zahlreicher interessierter Bürger gab es nur wenige Wortmeldungen. So kam aus dem Publikum die Anregung, dass die leistbaren Wohnräume auch für Schüler der HBLFA Raumberg-Gumpenstein von Interesse sein könnten. Bedenken äußerte Discotheken-Besitzer Josef Gabriel, denn Nachtbetrieb und Wohnen würde sich, so seiner Erfahrung nach, in keinem Fall vereinbaren lassen. Auch kündigte er an, sich mit allen gesetzlichen Möglichkeiten gegen das Projekt zu stellen.  Nach der Vorstellung des Projektes am Mittwoch werde in einem weiteren Schritt nun nach Investoren gesucht.

ePaper Anmeldung

ePaper lesen

Um "Der Ennstaler" als ePaper online zu lesen, melden Sie sich einfach mit Ihren Zugangsdaten an: