Dienstag, 24. Oktober 2017

Weder finanzierbar noch gerecht

Fotoquelle: m.tt.com

Wie schon seit zwei Jahrzehnten wird zur Vorwahlzeit das Pensionsthema wieder hervorgeholt. Und wie immer lautet das Credo der Sozialdemokraten kurz zusammengefasst: Die Pensionen sind sicher und die Pensionen müssen gerechter (höher) werden. Mit diesen zwei Kernaussagen gelingt es zwar immer wieder, einen Gutteil der älteren Wählerschaft zu gewinnen, aber es ändert nichts daran, dass beide Aussagen falsch sind und vor allem immer noch falscher werden. Immerhin zahlt der Steuerzahler schon heute etwa zehn Milliarden pro Jahr zu den Pensionen dazu, das heißt, gut zwanzig Prozent der Zahlungen an die Pensionisten sind nicht durch Beiträge gedeckt. Und diese Relation wird sich in den kommenden Jahren noch massiv verschlechtern, da durch die höhere Lebenserwartung im Verhältnis immer weniger Beitragszahler immer mehr Pensionsbezieher gegenüberstehen. Eine solche Sachlage mit sicherer Finanzierung zu umschreiben ist schlicht unseriös und nimmt sehenden Auges das Zusammenbrechen des Systems in Kauf. Noch größer sind freilich die Makel bei der Gerechtigkeit. Mann bekommt mehr als Frau, Beamter mehr als Privatwirtschaftler, Wiener Bediensteter mehr als alle anderen Bundesländer und das alles nicht erklärbar, sondern relativ willkürlich je nach Stärke der jeweiligen Lobby. Am schwersten wiegt allerdings die Ungerechtigkeit zwischen Alt und Jung, denn während die Jungen allein aufgrund der Durchrechnungszeiten wesentlich geringere Pensionen bekommen werden, bleiben die Älteren meist von Einschnitten verschont. Und das ist schlicht ungerecht.

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