Dienstag, 21. November 2017

Stiftsmuseum feiert Jubiläum

Zeitgleich mit dem Beginn der Amtszeit von Abt Gerhard Hafner wurde die Eröffnung der neuen Gotik-Ausstellung gefeiert, die Hafner als "ein Geschenk von oben" bezeichnet.Foto: Barbara Eisner

20 Jahre Gegenwartskunst feiert das Stiftsmuseum Admont in diesem Jahr. Bei einer Pressekonferenz in Wien wurden die Wirkbilanz und ein erstes Resümee zur neuen Gotik-Ausstellung präsentiert.
20 Jahre ist es mittlerweile her, dass Kurator Michael Braunsteiner den Auftrag zum Aufbau einer Sammlung von Gegenwartskunst erhielt. Mittlerweile hat sich diese Privatsammlung zu einer der größten Österreichs entwickelt. Die Grundlage dazu haben die Admonter Benediktiner im Jahr 1997 mit der Entscheidung für den Um- und Ausbau bestehender Gebäude zu einer modernen Museumslandschaft geschaffen. Hier trifft der Besucher auf die weltweit größte Klosterbibliothek, auf alte und neue Kunst und erlebt hautnah den Dialog zwischen Tradition und Innovation.
Auftragskunst als Erfolgsformat
Neben Ankäufen aus Galerien, Sammlungen und Künstlerateliers sind im Museum für Gegenwartskunst auch Auftragswerke zu sehen.Um Bedeutendes zu erschaffen, das eng mit den Gegebenheiten und den Menschen dieses Ortes verbunden ist, wurden immer wieder Gegenwartskünstler in das Stift Admont eingeladen, sich mit einem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen. Was dabei entstand ist "Made for Admont". "Darin sehe ich die Chance, die über Jahrhunderte lebendig gewachsenen unterschiedlichen Sammlungen des Stiftes durch heute gesetzte Aktivitäten sinnvoll und authentisch in die Zukunft zu führen", so Kurator Michael Braunsteiner, der durch diese Herangehensweise auch nachhaltige Impulse am internationalen Parkett gesetzt hat.
Kunst verbindet Blinde und Sehende
Mittlerweile zählen 27 Exponate zur "Made for Admont"-Linie. Seit 2002 entwickeln ausgewählte Künstler Werke, die für Blinde und Sehende gleichermaßen zugänglich sind. Diese Ausstellungsstücke sind mehrsinnlich erkundbar und erfahrbar. Das Spektrum reicht von einfachen skulpturalen über hochkomplexe multimediale Werke bis hin zu Arbeiten, die sich nur über den Dialog zwischen Blinden und Sehenden erschließen. 2012 wurde diese europaweit einzigartige Sammlung erstmals im Stifsmuseum Admont der Öffentlichkeit präsentiert und aufgrund des Erfolgs verlängert, bevor sie anschließend ins Zentrum Zeitgenössicher Kunst Winzavod nach Moskau wanderte. "Für die nächsten Jahre sind mögliche Präsentationsorte aktiv im Gespräch", eröffnete Braunsteiner bei der Pressekonferenz.
Erstes Resümee zur Gotik-Ausstellung
Wie verwoben alte und neue Kunst im Stiftsmuseum Admont sind, zeigt auch der Raum für künstlerische Intervention. Er hat die Wirkung eines Portals und ermöglicht dem Besucher eine überraschende Zeitreise durch die Jahrhunderte der Kunstgeschichte. Vom Museum für Gegenwartskunst geht es weiter in das Erdgeschoß, in dem heuer eine umfangreiche Gotik-Abteilung eröffnet wurde. Die Dauerausstellung beruht auf einer großzügigen Schenkung der Sammler Kuno und Helga Mayer und trägt den Titel "Dem Himmel nahe". Thematisch spannt sich der Bogen vom Marienleben über die Verkündung von Christi Geburt, die Heiligen mit dem Mittelpunkt Johannes der Täufer bis hin zur Leidensgeschichte Christi mit Kreuzigung, Tod und Auferstehung. Die Ausstellung reagiert auf ein neu erwachtes Interesse an sakralen Skulpturen des Mittelalters, das nicht zuletzt durch den großen Besucherzulauf bestätigt wurde. Die neue Ausstellung hat auch das Interesse der Österreichischen Post AG geweckt. 2019 erscheint eine Sonderbriefmarke im Bereich "Sakrale Kunst", wofür ein Exponat aus der Gotik-Sammlung von Kuno und Helga Mayer herangezogen wird.

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