Dienstag, 21. November 2017

Schlusslicht

Bildquelle: diepresse.com

Auch bei der letzten Sitzung der EZB wurde der Zinssatz bei null belassen, eine Änderung ist weit und breit nicht in Sicht. Das freut zwar die verschuldeten Staaten Europas, die sich zu billigsten Konditionen finanzieren können und daher auch weiterhin keine Reformen durchführen. Bezahlt wird die Zeche von den Sparern, die inzwischen real massiv enteignet werden. Ein durchschnittliches Sparbuch bringt so gesehen einen Verlust von zwei Prozent im Jahr, etwa alle fünf Jahre verliert man so ein Zehntel seines Geldes. Besonders unerfreulich ist die Lage in Österreich. Hierzulande sind die Sparer im europäischen Vergleich besonders konservativ, Sicherheit steht ganz deutlich vor den Ertragschancen. Das führt dazu, dass wir europaweit die schlechteste Rendite auf unser Erspartes erwirtschaften, die Enteignung geht bei uns daher am schnellsten vonstatten. Das liegt einerseits an der miserablen wirtschaftlichen Ausbildung im Land, wodurch die breite Bevölkerung sich schlecht informiert fühlt und daher konservativ handelt. Andererseits aber auch an einer massiven Antikapitalmarktstimmung, die von der Politik bei jeder Gelegenheit verbreitet wird. Die Börse und das Unternehmertum werden stets als Teufelszeug verleumdet, ja selbst das Vertrauen in die Banken wird wissentlich in Frage gestellt. Als Folge davon bleibt ein Großteil der Bevölkerung eben mit Sparbuch und Bausparvertrag ein dankbares Opfer für die kalte Enteignung. Eine Art Sondersteuer wegen fehlendem Wirtschaftswissens, die uns zum Schlusslicht Europas in Geldangelegenheiten macht.

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