Dienstag, 21. November 2017

Schadensmaximierung

Bildquelle: kurier.at

Die Euphorie bei der Liste Pilz war nach der Nationalratswahl ebenso groß wie die Verzweiflung bei den Grünen. Nach den jüngsten Enthüllungen über den Listenführer macht sich jetzt auch bei den Wahlgewinnern etwas Ratlosigkeit breit. Viele setzen sich zwar dafür ein, dass Pilz sein Mandat doch noch annehmen soll. Das scheint aber realpolitisch wenig wahrscheinlich, da er zu angreifbar wäre und die Vorfälle zudem sein Aufdeckerimage konterkarieren. Immerhin war er selbst immer der erste, der bei allen möglichen Vorfällen Rücktritte gefordert hat. Es ist somit davon auszugehen, dass sich Pilz in einer anderen Art und Weise für seine Liste einsetzt, etwa bei der zu gründenden Parteiakademie beziehungsweise bei der Aufdeckerplattform, die eventuell statt der Akademie entstehen soll. Auch diese Aufgaben würden ihm eine gewisse Aufmerksamkeit sichern und eine deutliche Unterstützung für seine Liste darstellen. Ob das jedoch ausreichen kann, um auch nach der nächsten Wahl im Nationalrat zu sitzen, darf bezweifelt werden. Zudem stellt die jetzige Situation auch ein massives Problem vor den kommenden Landtagswahlen dar. Denn um politisch Fuß zu fassen, wäre auch die Vertretung in einigen Landtagen nötig, was im direkten Wettbewerb mit den Grünen jetzt schwer vorstellbar ist. Somit droht der Liste Pilz ein ähnliches Schicksal wie dem Team Stronach, nämlich das baldige Verschwinden. Und Peter Pilz hätte mit dem zusätzlichen Rauswurf der Grünen aus dem Nationalrat wohl den maximal vorstellbaren Schaden in seiner politischen Heimat angerichtet.

ePaper Anmeldung

ePaper lesen

Um "Der Ennstaler" als ePaper online zu lesen, melden Sie sich einfach mit Ihren Zugangsdaten an: