Montag, 19. Februar 2018

Nicht jeder muss studieren

Bildquelle: www.triales-studium.de

Einer der ältesten und mit der meisten Ideologie ausgetragene Konflikt innerhalb der ehemaligen großen Koalition war jener um den freien Hochschulzugang. Deswegen kommt es auch wenig überraschend, dass sich die neue Regierung mit diesem Thema befasst. Die Ausgangslage ist einigermaßen klar: Wir geben wie im gesamten Bildungsbereich relativ viel Geld für eher bescheidene Ergebnisse aus. Die österreichischen Universitäten sind im internationalen Vergleich nur Mittelmaß und sie produzieren überdurchschnittlich viele Studienabbrecher, in manchen Fächern sogar 70 Prozent. Bei vielen Studienrichtungen gibt es daher das Bestreben, die Zahl der Studienanfänger zu reduzieren. Das geht am effektivsten mit Zugangsbeschränkungen oder einer Studien­einführungsphase, wo ein Teil der Bewerber ausgeschieden wird. Dabei ist darauf zu achten, dass auch die tatsächliche Eignung überprüft wird, was sicherlich mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist. Des Weiteren sollte man sich auch darum kümmern, dass das Verhältnis zwischen Studienanfängern und vorhandenen Arbeitsplätzen einigermaßen stimmt. So macht es keinen Sinn, tausende nicht benötigte Juristen, Publizisten oder Psychologen auszubilden, während am Arbeitsmarkt händeringend nach Technikern gesucht wird. Hier wäre vor allem eine bessere Information für die Studienanfänger wichtig. Und schließlich wäre es auch notwendig, eindringlich auf den drohenden Facharbeitermangel hinzuweisen und den jungen Leuten zu erklären, dass sie etwa mit einer Lehre eine deutlich schnellere und auch finanziell einträglichere Karriere starten können als mit einem Studium.

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