Dienstag, 24. Oktober 2017

Nach Naturkatastrophen: Spendenaktion gestartet

Ein Bild der Zerstörung nach dem Katastrophen-Wochenende: Das Berghaus des Alpenvereins Öblarn in der Walchen wird wohl kaum noch zu retten sein.Foto: Bundesheer

Schwere Unwetter hinterließen am vergangenen Wochenende in mehreren Teilen des Ennstals eine Spur der Verwüstung. Am schlimmsten betroffen waren die Gemeinden Sölk mit dem Großen Sölktal, Öblarn und Irdning-Donnersbachtal mit dem Ortsteil Donnersbachwald. Um der betroffenen Bevölkerung zu helfen, hat der "Ennstaler" eine Spendenaktion gestartet.
Etwas mehr als fünf Jahre nach den großen Naturkatastrophen im Paltental gingen am vergangenen Wochenende im Ennstal und im benachbarten Murtal schwere Unwetter nieder. Im Ennstal hatten die Naturkatastrophen vor allem für Donnersbachwald, Öblarn und das Große Sölktal verheerende Folgen: Vermurungen und Überflutungen richteten schwere Schäden an Wohnhäusern und Wirtschaftsgebäuden an, Straßen und Wege wurden teilweise ebenso zerstört wie Brücken, Hofzufahrten und die Stromversorgung. Die Gemeinden Sölk, Öblarn und Irdning-Donnersbachtal wurden daraufhin behördlich zu Katastrophengebieten erklärt. In Sölk wurden acht Gebäude von der Feuerwehr evakuiert - 28 Bewohner mussten die Häuser verlassen. Zwei nicht gehfähige Personen wurden von der Bergrettung in Sicherheit gebracht. Ein Gebäude ist massiv gefährdet, mehrere Brücken zerstört oder verschüttet. Die Sölkpass-Straße ist auf einer Länge von zumindest 100 Metern komplett weggerissen und wird wohl erst wieder im kommenden Jahr repariert und wieder befahrbar sein - wenn überhaupt. Denn wie es scheint gibt es vom Land Steiermark Überlegungen, die geschichtsträchtige Verbindung vom Enns- ins Murtal nicht mehr instandzusetzen. Große Probleme gibt es in der Sölk auch mit der Stromversorgung, die teilweise über Hunderte Meter gekappt wurde. Das E-Werk Gröbming hat als Notmaßnahme zwei leistungsstarke Aggregate ins Krisengebiet (siehe auch unten stehendes Interview mit Geschäftsführer Ernst Trummer) gebracht, um die Ortsteile Mössna und St. Nikolai mit Strom versorgen zu können.    In Öblarn wurden das Ortsgebiet selbst und das Walchental massiv in Mitleidenschaft gezogen. Im Zentrum der Marktgemeinde standen zahlreiche Keller unter Wasser oder wurden vermurt, zudem wurden sämtliche Verkehrswege verschlammt. Das Berghaus des Alpenvereins in der Walchen, in dem am Samstag eine Hochzeitsfeier hätte stattfinden sollen, wurde von einer Mure teilweise weggerissen. Für die Aufräumungsarbeiten wurden die Feuerwehrkräfte vom Baupionier- und Katastrophenhilfeeinsatzzug der Stabskompanie des Militärkommandos Steiermark mit 35 Mann unterstützt. Zusätzlich wurde am Montag eine Pionierkompanie mit rund 100 Kräften und mit schwerem Gerät aus Villach in das Katastrophengebiet verlegt, um Hänge zu stützen, Verklausungen zu entfernen und Behelfsbrücken zu bauen. Wie lange der Assistenzeinsatz dauern wird, ist noch unklar - aufgrund der schweren Schäden ist aber von Wochen auszugehen. Auch im Raum Donnersbachwald und der Riesneralm haben die Unwetter große Schäden angerichtet. Zudem musste die B 75 nach Donnersbachwald auf weiteres gesperrt werden, da die Straße durch Unterspülung unbefahrbar war. Von der Mörsbachalm musste die Wirts- und eine Gastfamilie ausgeflogen werden.  Bei all diesen Schadensereignissen waren die Freiwilligen Feuerwehren des Bezirkes Liezen besonders gefordert. Am Wochenende standen mehrere Hundert Mann mit unzähligen Einsatz- und Sonderfahrzeugen praktisch rund um die Uhr im Einsatz, um überflutete Keller auszupumpen, Verklausungen zu entfernen oder sich in der Folge an den Aufräumungsarbeiten zu beteiligen.  Die Lage in den Katastrophengebieten hat sich bis zur Wochenmitte zwar etwas beruhigt, von einer Entspannung konnte aber noch keine Rede sein, da die Wettervorhersagen alles andere als gut waren. Vor allem für den gestrigen Donnerstag und den heutigen Freitag sagten die Meteorologen wieder schwere Gewitter mit Starkregen voraus.
Spendenaktion
Viele Familien in den betroffenen Gebieten mussten das letzte Wochenende um ihr gesamtes Hab und Gut zittern und sind nun mit den enormen Schäden, die durch die Naturkatastrophe enstanden sind, konfrontiert. Diese Schäden ziehen meist auch große finanzielle Belastungen mit sich, was den "Ennstaler" dazu bewogen hat, wie 2012 bei der Naturkatastrophe im Paltental, wieder eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Herausgeber und die Redaktion der Heimatzeitung treten nun mit der Bitte an die große Leserfamilie heran, diese zu unterstützen. Das Spendenkonto des "Enns­talers" wurde bei der Volksbank Steiermark unter dem Namen "Katastrophenhilfe Enns­tal - Helfen Sie helfen!" - IBAN: AT204477000050205056, BIC/SWIFT-Code: VBOEATWWGRA - eingerichtet. In den Volksbank-Filialen Schladming, Liezen und Rottenmann liegen Spenden-Erlagscheine auf - selbstverständlich können Spenden auch per Internet-Banking überwiesen werden. Gleich ob 5, 10, 50 oder mehr Euro - der betroffenen Bevölkerung ist mit jedem Cent geholfen. Bitte unterstützen auch Sie die Aktion "Katastrophenhilfe Enns­tal". Am Mittwoch brachte sich bereits die Firma Landmarkt in die Aktion ein - in allen Filialen des Unternehmens werden an den Kassen "Restgeld-Spendenboxen" aufgestellt, in die das Restgeld (oder auch mehr) eingeworfen werden kann. Die Firma Landmarkt verdoppelt nach Abschluss der Aktion den Gesamtbetrag und zahlt dann das Geld auf das Spendenkonto ein. Die Spendenaktion selbst wird vom Gröbminger Notar Mag. Georg Hubmer begleitet, der sich sofort in den Dienst der guten Sache stellte - selbstverständlich unentgeltlich. In diesem Zusammenhang sei auch angemerkt, dass die Spendensumme, die am Ende der Aktion zusammenkommt, ohne jeglichen Abzug direkt an die geschädigten Familien oder Einzelpersonen ausbezahlt wird. In die Aktion können sich auch andere Organisationen, Firmen oder Vereine, die Spenden für die betroffene Bevölkerung sammeln, einbringen.

ePaper Anmeldung

ePaper lesen

Um "Der Ennstaler" als ePaper online zu lesen, melden Sie sich einfach mit Ihren Zugangsdaten an: