Dienstag, 24. Oktober 2017

Melkkuh der Nation

Bildquelle: gutschild.de

Nach den jüngsten Verwerfungen in der deutschen Automobilindustrie gehen jetzt europaweit die Wogen hoch. Doch bei aller berechtigter Kritik sollte man die Kirche im Dorf lassen. Immerhin ist schon längst bekannt, dass der Normverbrauch mit der Realität wenig zu tun hat. Daran ist ja nicht zuletzt der Gesetzgeber schuld, der die Grenzwerte unrealistisch niedrig angesetzt hat. Fahrzeuge, die heutigen Anforderungen entsprechen, sind aber schlicht zu schwer, um mit den geforderten Treibstoffmengen und Schadstoffausstößen betrieben zu werden. Derzeit sind aber die alternativen Antriebe nicht weit genug ausgereift, um großflächig die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu ersetzen. Dazu wird einerseits die Industrie noch einige Jahre brauchen, um auch zu einem allgemein leistbaren Preis Elektroautos anzubieten. Und andererseits muss in der Zeit sowohl die Stromproduktion als auch die Stromverteilung ausgebaut werden. Denn Sinn hat die E-Mobilität nur dann, wenn der Strom nachhaltig produziert wird und auch eine entsprechende Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der Verbrennungsmotor sicher auch in Zukunft einen Platz haben wird, sowohl bei Maschinen und Schwerfahrzeugen als auch bei PKWs, aber eben als eine von mehreren Formen der Mobilität. Diese natürliche Entwicklung durch Verbote zu verhindern wäre ebenso falsch, wie jetzt das ganze Abgasregime neu zu erfinden. Dadurch ändert sich nämlich gar nichts, außer dass durch neue Messzyklen die Werte steigen und damit durch die Hintertür die Steuern erhöht werden.

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