Freitag, 19. Januar 2018

Jobs kann man nicht kaufen

Bildquelle: diepresse.com

Mit der Streichung des Beschäftigungsbonus und dem Aussetzen der Aktion 20.000 hat die Regierung gleich zu Beginn des Jahres für einen Paukenschlag gesorgt. Sie beendet damit zwei Arbeitsmarktprogramme, die ein Herzensanliegen der SPÖ waren und erntet dementsprechende Kritik. Aber nicht nur, denn von einigen Seiten kommt auch Lob, denn beide Maßnahmen gelten als teuer und nicht unbedingt treffsicher. So erspart der Beschäftigungsbonus für drei Jahre die halben Lohnnebenkosten, wenn ein Job neu geschaffen wird. In Zeiten der sinkenden Arbeitslosigkeit kommt es zu massenhaften Mitnahmeeffekten, da die Unternehmen ohnehin Mitarbeiter anstellen würden. Die zusätzliche Förderung ist daher in sehr vielen Fällen überflüssig, um nicht zu sagen verschwendet. Und bei der Aktion 20.000 werden mit staatlichem Geld künstliche Kurzzeitjobs geschaffen, die entweder gar nicht benötigt werden oder im schlimmsten Fall sogar bestehende Jobs ersetzen. Eine langfristige Wiedereingliederung ins Berufsleben sieht anders aus. Mit den eingesparten Mitteln sollte verstärkt auf Weiterbildung gesetzt werden, da die Jobs in Österreich ja vorhanden wären. Nur verzweifeln die Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften, weil die Arbeitslosen sehr oft nicht die benötigte Qualifikation mitbringen. Zusammen mit einer Senkung der Lohnnebenkosten ist Aus- und Weiterbildung der Schlüssel zu geringerer Arbeitslosigkeit. Das beginnt bei einer besseren Schulbildung und endet beim lebenslangen Lernen. Wer hier hinterherhinkt, der wird auch keinen Job finden, da hilft auch die teuerste Förderung nichts.

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