Montag, 23. Oktober 2017

Am Tiefpunkt

Bildquelle: sn.at

Schon beim Bekanntwerden der vorgezogenen Neuwahlen vor gefühlt einem halben Jahr gab es die Befürchtung, dass nicht nur ein sehr langer, sondern auch ein sehr schmutziger Wahlkampf auf uns zukommen könnte. Was wir allerdings jetzt sehen, hätte man sich damals nicht vorstellen können. Während die Themen sukzessive in den Hintergrund treten, hat das große Hauen und Stechen eingesetzt. Das Konsumieren von Fernsehdebatten wird immer mehr zur Qual und man wünscht sich eigentlich nur noch, dass der Spuk endlich vorbei ist. Zudem offenbart sich in den letzten Tagen, was wir unseren Kindern schon seit Jahren mit auf den Weg zu geben versuchen: Nämlich, dass soziale Netzwerke kein Ersatz für persönliche Kontakte, Gespräche, den Konsum von traditionellen Medien und klassische Bildung sind. Eben weil in den sozialen Netzwerken wahr und falsch nicht unterscheidbar ist und sich die Urheber von Nachrichten verstecken können, was zudem noch die Schamgrenze in den Keller sinken lässt. Wer sich hier politisch oder auch anderwärtig informiert, sollte sich dessen zumindest bewusst sein. Jedenfalls kann man nur hoffen, dass nicht noch weiteres Porzellan zerschlagen wird und dass die Republik nach der letzten Nationalratssitzung nicht gleich den Konkurs anmelden muss. Zudem wäre ein etwas wertschätzender Umgang dringend zu empfehlen, denn auch wenn das momentan fast skurril anmutet: In zwei Wochen sollen die Beteiligten eine Regierung bilden und endlich zu unser aller Wohl die Arbeit aufnehmen.

ePaper Anmeldung

ePaper lesen

Um "Der Ennstaler" als ePaper online zu lesen, melden Sie sich einfach mit Ihren Zugangsdaten an: