Sonntag, 30. April 2017

Alles für die Fisch‘ in Kainisch?

Für die neu gebauten Fischzuchtanlagen in Kainisch wird nun ein neuer Pächter oder ein Partner der ÖBF gesucht.

Mit dem Ausstieg von "Cerny‘s", respektive des Nachfolgeunternehmens Karnerta, per Ende dieses Jahres aus dem Vertrag mit den Österreichischen Bundesforsten, in Kainisch Speisefische in Form von Forellen und Saiblingen zu züchten, ist der Standort gefährdet. Es gibt jedoch durchaus realistische Lösungen, die Arbeitsplätze und die Produktion zumindest teilweise zu erhalten.
Groß war die Freude in Kainisch, als 2014 eine Kooperation der ÖBF mit "Cerny‘s" bekanntgegeben wurde, bei dem mit einem Investitions­vo­lumen von rund drei Millionen Euro ein Bruthaus wie auch Becken für die Vorstreckung von Fischen ge­baut wurden und man voll auf den Ausseerland-Saibling wie auch die Forellen von "wilden" Mutterfischen setzte. Eine Produktions­men­ge von hundert Tonnen pro Jahr wurde dabei angestrebt. Die Bun­des­forste übernahmen dabei die Produktion, Karnerta den österreichweiten Ver­trieb und Logistik. "Leider hat sich der Absatz nicht wie erwartet entwickelt. Nach den ersten drei Jahren hat sich nun gezeigt, dass der Markt für nachhaltigen Fisch erstklassiger Qualität zu optimistisch eingeschätzt wurde. Auch ist in Zu­kunft nicht mit einem größeren Wachstums­poten­zial zu rechnen", so DI Kurt Wittek. Nun sollen die Aquakulturen neu ausgerichtet und die Produktion neu aufgestellt werden. "Wir konzentrieren uns nun auf die Partner­suche, bei der auch ein Pächter der Anlage ein mögliches Szenario wäre", wie Wittek erklärt.  Von Seiten Karnerta (Nachfolge­unter­nehmen von Cerny‘s, Anm.) hat man zwar den Vertrag mit den ÖBF per 31. Dezember 2017 aufgekündigt, eine weitere Zu­sammen­arbeit wird aber nicht ausgeschlossen. "Von unserer Seite schließt das aber eine weitere Zusammenarbeit in der Zukunft nicht aus. Die Frage zu Investitionen in die Fischzucht des ÖBF können wir nicht beantworten", so Mag. Manfred Rathmoser, der betont, dass "die Fische hervorragend im Ge­schmack sowie in der Qualität sind und damit ein tolles Produkt darstellen. Leider haben die Nachfrage und der Absatz aber nicht das erhoffte Niveau erreicht. Das Auslaufen des Ver­trages schließt aber eine weitere Zusammen­arbeit in der Zukunft nicht aus."
Seefischerei bleibt aufrecht
Die traditionelle Seefischerei der Bundesforste am Hallstätter-, Grundl- und Toplitzsee bleibt von diesen Umstrukturierungen unbehelligt, wie es auch weiterhin einen Fischverkauf in der Region geben wird. Bei der Fischzucht in Kainisch bzw. den damit verbundenen An­lagen sind rund ein Dutzend Mit­ar­beiter von der drohenden Schlie­ßung betroffen. Genaue Angaben, wie sich die Zukunft in dieser Hinsicht gestaltet, will man von Seiten der Bundesforste nicht machen: "Wir bitten um Verständnis, dass wir dazu noch keine näheren Angaben machen können. Dafür ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh - im Moment steht die Neuaus­richtung im Vordergrund. Wie diese genau aussehen wird und wie viele Arbeitsplätze dafür erforderlich sein werden, werden wir gerne zu einem späteren Zeitpunkt beantworten, wenn die weiteren Pläne feststehen", so DI Kurt Wittek abschließend.

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