Ostern – das Fest des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe
22. April 2011:„Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden.“ (Mt 28, 5-7). Kraftvoll und ausdrucksstark beschreibt das Evangelium der Osternacht eine spannende Erkenntnis: Christus ist dem Grab entstiegen. Zunächst fürchten sich die Frauen, wollen es nicht wahrhaben. Sie müssen sich erst vom Gehörten überzeugen. Aber dann bricht unbändige Freude durch…
In der Wallfahrtskirche am Frauenberg sind in der Osterzeit am Kreuzaltar zwei Ereignisse gleichzeitig zu sehen: Als Bild der Tod Christi am Kreuz, als Skulptur seine Auferstehung. Leiden und Freude, Trauer und Hoffnung, untrennbar miteinander verbunden – wie im Leben. Manche können Ostern in ungetrübter Freude feiern. Manchen ist das Fest überschattet von einem Schicksalsschlag: dem Verlust eines lieben Menschen, einer schweren Krankheit oder einem schmerzhaften Leiden, Problemen in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Beziehung…
Christus kennt diesen Zwiespalt sehr genau: Eigentlich sollten wir uns – gerade an einem solchen Festtag – freuen, heiter und glücklich sein. Aber die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Deshalb überbringt der Engel neben der Kunde vom Sieg über den Tod noch eine zweite Nachricht, eigentlich einen Auftrag: „Geht schnell zu seinen Jüngern…“ Anders formuliert: Tragt die Botschaft der Auferstehung in alle Welt hinaus, zu den Verzagten, Bedrückten, Leidenden, Ängstlichen, Traurigen! Sprecht ihnen Mut zu, richtet sie auf, gebt ihnen neue Hoffnung! Wie wir diesen Auftrag erfüllen können? Das erklärt uns der Admonter Stiftsbildhauer Josef Stammel in drei Frauengestalten: dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe im Kreuzaltar des Frauenbergs. Sie als Grundlagen unseres christlichen Lebens sollen wir immer wieder verkündigen.
Der Glaube ist mit dem Kreuz dargestellt. Unser Leben lässt sich nicht trennen von Leid und Tod – aber mit Christus können wir beides überwinden! Er war der erste, der es geschafft hat, wir sind zu seiner Nachfolge berufen. Vor uns sind schon viele Heilige diesen Weg gegangen – die Altäre am Frauenberg und in anderen Kirchen zeigen es. Die Hoffnung trägt einen Anker. Sie will uns Zuversicht geben für die ungewisse Zukunft. Das Vertrauen darauf, dass uns die Stürme des Lebens vielleicht hin und her werfen wie ein Schiff auf hoher See, dass diese Stürme uns aber nicht besiegen können. Denn Christus ist unser rettender, Halt gebender Anker. Die dritte der drei göttlichen Tugenden zeigt sich als liebende Mutter mit zwei Kindern. Liebe lässt sich unendlich teilen und verschenken und wird doch nie geringer. Als wichtigste Tugend finden wir sie am Scheitel des Altares, alles überragend, gleichsam Höhepunkt und Ziel des Wirkens Christi. Die Liebe kann selbst den Tod überwinden…
Im Osterfest weckt, vertieft und stärkt Christus in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Wir dürfen Sendboten werden einer Botschaft, die da lautet: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ Liebe Leserin, lieber Leser, vertrauen auch wir darauf: CHRISTUS IST VON DEN TOTEN AUFERSTANDEN – FÜR UNS!
Es wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes, gnadenreiches Osterfest
Ihr
P. Winfried Schwab OSB
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