Grüne treten in Schladming nicht mehr an

25. Februar 2010:
Scheitern die Schladminger Parteien an der mächtigen ÖVP? Diese Frage könnte man stellen, wenn man die Kandidatenlisten für die bevorstehende Gemeinderatswahl be- und durchleuchtet. Dies gilt vor allem für die Grünen, die bei der kommenden Wahl überhaupt nicht mehr antreten.

Eine Kandidatur der Grünen scheiterte, so deren derzeitiger Vertreter im Stadtparlament Walter Faimann, da sich kein Sympathisant aus dem bisher nicht kleinen Kreis bereit erklärte, die Listenführung zu übernehmen. Man verspüre auch ein wenig Frust nach dem Ausscheiden von Alexander Van der Bellen an der Spitze der Grünen. Mit Esther Schachner als Vorgängerin Faimanns ist das wirkliche Parteimitglied weggezogen. Faimann fühlt, dass er als Nachfolger und Quereinsteiger seine Arbeit gut gemacht und auch vieles ankurbeln konnte, wobei er Spielplätze, die saniert, und die Sommercard, die auch für Heimische zu annehmbarem Preis erwerbbar ist, anführt. Erfordernisse für die Ski-WM laufen. Er müsse sich nun vorrangig um seinen Betrieb kümmern. Die Arbeit in der Gemeinde, so Faimann, sollen jene machen, die jetzt regieren.
Im übrigen gibt es keine allzu gro¬ßen Veränderungen bei den Parteien. Eine starke Verjüngung ist bei den Freiheitlichen feststellbar, die mit neuen Namen dem Wähler gegenübertreten und damit versuchen, stärker zu werden. Zuletzt war die FPÖ, die seinerzeit sogar einmal mit drei Mandataren im Gemeinderat vertreten war und sogar den Finanzstadtrat stellte, nur mit Mag. Richard Erlbacher im Gemeinderat vertreten. Mit Bernhard Schupfer scheint auf der Liste hinter Erlbacher der Pistenchef bei den Planai-Bahnen auf. Es folgen mit Stefanie Aigner (Jahrgang 1988) und Daniel Grassl (Jahrgang 1980) junge Schlad¬mingerinnen und Schladminger.
Auf der Liste der SPÖ, die Hermann Kröll 1975 als Bürgermeisterpartei ablöste, gibt es keine großen Veränderungen. Mag. Hannes Pichler, bisher 2. Vizebürgermeister, führt die Liste weiterhin an. Es folgen Ing. Anton Mössner und Parteiobmann Walter Schachinger, die bereits jahrelang Erfahrung im Gemeinderat sammeln konnten. Ausgeschieden sind Peter Kabusch, Christian Kurz als „Kurzzeitgemeinderat” und Michael Bazala. Ihn findet man auf der neuen Liste wieder an zurückgereihter Stelle. Auf Platz vier kandidiert Hans Helpferer. Er war bereits einmal im Gemeinderat. Danach folgen Klaudia Kurz, die die Frauenqoute mit Manuela Pehab-Raab (an siebenter Stelle) abdeckt, Peter Stocker, Fabio Perali und Wolfgang Höflehner. Zur Spitzenzeit war die SPÖ mit 13 Vertretern im Gemeinderat, zuletzt waren es fünf.
Wenig Veränderung gibt es auf der ÖVP-Liste. Sepp Tritscher scheidet nach 25-jähriger Tätigkeit aus. Neu auf der Kandidatenliste stehen auf den Kampfmandaten 11 und 12 der Versicherungsmakler Thomas Danklmaier und Rudi Fischbacher, der bereits in der letzten Periode im Gemeinderat war. Bürgermeister Jürgen Winter sieht der Wahl gelassen entgegen. Er wird, wenn die Bevölkerung die Arbeit der VP-Fraktion und sein Wirken entsprechend würdigt, das Mandat zurücklegen und wieder als „Volksbürgermeis¬ter” für Schladming arbeiten.
Da das freie Spiel der Kräfte im Gemeinderat, so die Bürgerliste in ihrer ersten Aussendung, nicht mehr funktioniere, wird die Bürgerliste wieder kandidieren. Sie bezeichnet sich als Gruppierung von parteiunabhängigen, freien und kritischen Schladmingerinnen und Schladmingern. Ihre Tendenz geht aber wohl in Richtung der bürgerlichen Parteien. Hinter Dr. Hans-Moritz Pott stehen Otto Kahr und Michael Steiner, die schon bisher im Gemeinderat waren. Die weiteren Kandidaten sind Mag. Harald Rath und Matthias Walcher sen., wobei Letzterer ebenfalls schon einmal für die Bürgerliste im Gemeinderat saß. Mit Michaela Schwaiger ist eine Frau erst an siebenter Stelle gereiht.
Die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger von Schladming ist natürlich offen. Die „Oppositionsparteien” sprechen unisono davon, die Macht der ÖVP entsprechend kontrollieren zu wollen. Entscheidungen, die bisher getroffen wurden, geben Anlass zur Diskussion. Der Zuspruch für die Alpine Ski-Weltmeisterschaft 2013 bringt sicherlich einen Bonus für die Mehrheitsfraktion ÖVP und Bürgermeister Jürgen Winter, lässt andererseits die Wahl aber gerade auch wegen dieses Zuspruchs und damit verbundenen, wichtigen Entscheidungen spannend werden.
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