Erster Admonter Orgelherbst

04. November 2011:
 Am 22. Oktober, dem 200. Geburtstag von Franz Liszt, ging der 1. Admonter Orgelherbst zu Ende, der ganz unter dem Zeichen des Meisters stand.
Franz Liszt machte nicht nur als Pianist Furore, sondern hinterließ neben Klavier- und Orchesterwerken auch ein großes und höchst anspruchsvolles Orgelwerk. Die Reihe von vier Konzerten an der Admonter Rieger-Orgel wurde vom jungen Stiftsorganisten Thomas Zala ins Leben gerufen, genoss viel Zuspruch und erweckte eine große Begeisterung.
Der Zyklus hat am 3. September mit einem Konzert des Grazer Domorganisten Christian Iwan begonnen, der Werke mit geistlichem Hintergrund von Franz Liszt und die g-Moll-Phantasie von J. S. Bach zum Vortrag brachte. Mit einer Transkription aus R. Wagners Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“ sowie mit einer mächtigen Improvisation gab der Künstler Zeugnis seines großartigen Könnens.
Im zweiten Konzert am 17. September konnte Gabriele Marinoni aus Como mit einer Liszt-Variation zur Bach-Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ und der Liszt-Bearbeitung zur Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ die Zuhörerschaft in seinen Bann ziehen. Mit Werken von César Franck und M. E. Bossi präsentierte der Künstler anspruchsvolle Orgelmusik des 19. Jahrhunderts aus dem Umfeld von Franz Liszt.
Lukas Stollhof, Regionalkantor in Oberwesel am Rhein, begeisterte am 1. Oktober aus seinem breiten Repertoire: Von Liszt kamen das Präludium und Fuge über die Tonfolge b-a-c-h in hypnotisierenden Kreisen und die Consolation Des-Dur zum Vortrag. Im Thema und Variation Andante in D-Dur von F. Mendelssohn schmeichelte das riesige Instrument mit subtilen Melodien. Den Abschluss bildeten Fantasie und Fuge d-Moll von M. Reger. Mit dem Jubiläums- und Abschlusskonzert vom 22. Oktober setzte Thomas Zala einen beeindruckenden Schlusspunkt. Nach der virtuosen St. István-fantázia von Gábor Lisznyai-Szabó, der fein gesponnenen Lyrik im Rêverie von Louis Vièrne und der grüblerischen 2e Fantaisie von Jehan Alain erwies er Franz Liszt seine Reverenz in der monumentalen Fantasie und Fuge über einen Choral von G. Meyerbeer.
Die Rieger-Orgel in Admont mit 52 Registern auf drei Manualen und Pedal verdient es, von Zeit zu Zeit durch hervorragende Interpreten ihre Möglichkeiten ausspielen zu können. Das Instrument ist ein Geschenk für eine weite Region, das vom feinsten Lamento über himmlisches Strahlen bis zum betäubenden Brausen alles zu vermitteln hat. Der Erfolg des 1. Admonter-Orgelherbstes lässt weitere ähnliche Veranstaltungen erhoffen.
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