Ein starkes Zeichen der Solidarität

20. Mai 2011:
Über 200 Freiwillige unterstützen Aktion „Ennstaler helfen im Sölktal“
Wer am vergangenen Samstag nach 8.30 Uhr den Parkplatz bei der Breitlahnalm im Kleinsölktal erreichte, hatte Mühe einen solchen zu finden. Um diese Zeit wurden nämlich bereits die ersten Gruppen für die Hilfsaktion „Ennstaler helfen im Sölktal“ zusammengestellt.
Das Organisationskomitee und die Almbauern waren überwältigt: Über 200 freiwillige Helferinnen und Helfer standen bereit, um ihre Arbeitskraft einen Tag in den Dienst der guten Sache zu stellen. Doch damit nicht genug – denn obwohl das Wetter an diesem Tag durchwachsen war, hat niemand seinen Einsatz vorzeitig abgebrochen. Im Gegenteil, einige Gruppen arbeiteten, um ihren Auftrag zu erfüllen, noch über die vereinbarte Zeit von 16.30 Uhr hinaus.
Ein Drittel der Helferinnen und Helfer errichtete gemeinsam rund 3 km vom Unwetter zerstörte Stacheldrahtzäune, die entweder Almgrenzen darstellen oder Almwiesen schützen. Diese Gruppen haben Schwerarbeit geleistet, denn obwohl technische Unterstützung durch entsprechendes Gerät zur Verfügung stand, hat sich der steinige Boden mancherorts dermaßen zur Wehr gesetzt, dass kein Holzpfahl in diesen zu bringen war. Zusätzlich musste das Material oft noch über weite Strecken getragen werden. Das zweite Drittel der Teilnehmer baute rund 10 km Elektrozäune auf. Diese schützen entweder die im Herbst eingesäten Flächen vom Almvieh, oder bewahren dieses vor dem Absturz in die tiefen Gräben, die das Unwetter geschaffen hat. Außerdem wurde von dieser Gruppe altes Heu und Stroh zum Schutz der Saat und zukünftige Humusnahrung aufgebracht, sowie Almflächen von Holzresten und Steinen gesäubert. Das verbleibende Drittel hat am Samstag etwa 10 Hektar Alm mit neuer Hoffnung, einem keimstarken Saatgut, versehen. Was Bonifatius, als Eisheiliger am Samstag so gutmütig begonnen hat, vollendete die „Kalte Sofie“ am Sonntag durch tüchtigen Niederschlag: Das Saatgut hat die notwendige Feuchte erhalten und wird wohl bald keimen. Somit konnten die im Vorfeld geplanten Arbeiten vollständig erledigt werden und was besonders wichtig ist: Es hat sich niemand verletzt!
Bewegt über dieses starke Zeichen der Solidarität, dankten die Organisatoren allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, für ihren so tüchtigen und ausdauernden Einsatz. Etwa 80 von ihnen waren für einen Verein oder eine Organisation gekommen. Dazu zählten die Freiwilligen Feuerwehren Aich und Stein an der Enns, die Naturfreunde Öblarn, die Natur- und Bergwacht Öblarn, die Landjugend des Bezirkes Liezen, die Bäuerinnen aus Niederöblarn, mehrere Pensionistenvereine, der Bauernbund und die SPÖ-Bauern, aber auch die Mitarbeiter des Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein sowie ein Gruppe der Colloredo-Mannsfeld’schen Familienstiftung. Rund 50 Personen wurden aus den Reihen der betroffenen Almbauern gestellt und weitere 70 Personen meldeten sich individuell zum Einsatz an. Alle Helfer wurden mit einer Jause und einem Abendessen versorgt.
Gedankt wurde in diesem Zusammenhang der Landmarkt KG, der Fleischhauerei Tasch und der Firma Stefflbäck für ihre Untertstützung. Die Familie Gerhardter hat die Hüttentür der Breitlahnhütte weit geöffnet, wodurch die Wetterprobleme gut gemeistert werden konnten. Das Material für Zaun und Saat wurde weitgehend beim Lagerhaus Gröbming erworben, das dafür Sonderkonditionen gewährte. Über 1.000 Holzpfähle für Fixzäune im Bereich Breitlahn und Schwarzensee, wurden von der Familienstiftung Colloredo-Mannsfeld kostenlos zur Verfügung gestellt. Fragen der Sicherheit und rasche Hilfe im Bedarfsfall wurden von der Bergrettung Steiermark, Ortsstelle Kleinsölk gewährleistet.
Der letzte Höhepunkt des Tages fand im Rahmen des gemeinsamen Abendessens statt. Die Landjugend des Bezirkes Liezen und der Bauernbund Irdning übergaben der Hilfsaktion einen beachtlichen Spendenbetrag mit dem Auftrag, diese Mittel in die Saat der Zukunft zu investieren.
Als Mitorganisator der Aktion bedankt sich der „Ennstaler“ bei seiner großen Leserfamilie auch für die zahlreichen Spenden, die bisher auf das eigens eingerichtete Konto eingegangen sind und bittet weiterhin um Unterstützung.
 
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