Ein Mautflüchtling unter 4225 Fahrzeugen

2. September 2010:
Im gesamten Steirischen Salzkammergut, im Ennstal sowie in Oberösterreich formierten sich in den letzten Monaten Bürgerinitiativen, um den Schwerverkehr von der Bundesstraße 145 zu verbannen. Gefordert wird eine 3,5-Tonnagebeschränkung, um die ungeliebten „Mautflüchtlinge“ endlich los zu werden. Ende Juni führte das Kuratorium für Verkehrssicherheit dazu eine Verkehrszählung an der Salzkammergut-Bundesstraße durch – die Ergebnisse daraus, die jetzt auf dem Tisch liegen, sind mehr als überraschend.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit führte die Verkehrszählung, verbunden mit einer Lkw-Fahrer-Befragung, am 30. Juni in Tauplitz/Klachau durch. Die Ergebnisse sind mehr als überraschend und nehmen den Bürgerinitiativen viel Wind aus den Segeln: Innerhalb von neun Stunden ratterten 4225 Fahrzeuge über die Salzkammergut-Bundesstraße B 145. Der Anteil an schweren Kraftfahrzeugen (über 7,5 Tonnen) betrug 10,7 Prozent und setzte sich aus 147 Lkw, 32 Bussen, 83 Lkw mit Anhänger sowie 189 Sattelzügen zusammen. Dem gegenüber fuhren 132 Klein-/Leicht- und Schwermotorräder an der Messstelle vorbei, 3591 Pkw sowie 51 Lkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen.
Zeitgleich mit der Verkehrszählung wurde eine Befragung der Lkw-Lenker in Bezug auf ihren Ausgangs- und Zielort durchgeführt. So wurden innerhalb der neun Stunden 188 Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen angehalten, um diese über den Ort der Be- und Entladung zu befragen. Als Ziel- und Quellverkehrsbereich wurden die Bezirke Liezen und Gmunden definiert.
1 (!) Lkw auf Durchzug
Von allen befragten Schwerfahrzeuglenkern war aufgrund der Ladepapiere nur ein einziger Lkw (!) dem „echten“ Transitverkehr zuzurechnen. Der Fahrer war von Deutschland nach Slowenien unterwegs. Bei 58 Prozent der angehaltenen Lkw befand sich sowohl der Ort der Beladung als auch jener der Entladung im Ziel- und Quellverkehrsgebiet.
Nur einen Ort im Ziel- und Quellverkehrsbereich (entweder Be- oder Entladung) hatten 36,2 Prozent der angehaltenen Fahrzeuge und bei insgesamt zehn Lkw lag sowohl der Be- als auch der Entladungsort außerhalb der Bezirke Liezen und Gmunden.
Bautätigkeit fördert Schwerverkehr
Die subjektive Wahrnehmung der Anrainer an der B 145, dass der Schwerverkehr in den letzten Jahren mehr geworden ist, täuscht nicht. Diverse Großbaustellen wie die GrimmingTherme oder das Jugend- und Familiengästehaus in Altaussee können nicht einfach aus dem Boden gestampft werden. Somit hat sich auch der Verkehr auf der Verkehrsader durch das Steirische Salzkammergut erhöht.
Aber auch tägliche Annehmlichkeiten fördern das Verkehrsaufkommen – sei es der Kaffee zum Frühstück, der wahrscheinlich aus Afrika, Südamerika oder Asien stammt, die Tageszeitung aus der Bundes- oder Landeshaupstadt, für die Morgentoilette die Seife aus Frankreich, die Zahnpasta aus Deutschland und das Parfum aus New York, für das Mittagessen das Olivenöl aus Griechenland, die Spaghetti und der Parmesan aus Italien, die Paradeiser aus Holland und der Wein aus Frankreich, oder für den gemütlichen Abend der Jogginganzug aus Taiwan oder der Pyjama aus amerikanischer Baumwolle. Die Liste könnte man beliebig fortsetzen. All diese Artikel des täglichen Bedarfs lassen sich vielleicht auf den ersten Blick nicht mit einem erhöhten Schwerverkehrsaufkommen auf der B 145 in Zusammenhang bringen – auf den zweiten Blick aber sehr wohl: Wenn nur ein Viertel der knapp 13.000 Einwohner des Ausseerlandes (von Tauplitz bis Altaussee) gerne einen Kaffee zum Frühstück trinkt, müssen rund 23 Kilogramm Kaffee aus Afrika oder Südamerika angeliefert werden, um dieses Bedürfnis auch zu befriedigen.
Ähnlich wie mit dem Kaffee verhält es sich mit nahezu sämtlichen Konsumartikeln, die man nicht gerne missen will: Melonen, Orangen, Grapefruit und Bananen verursachen genausoviel Verkehr wie die tägliche Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ oder der „FAZ“, wenn man sie gerne am Frühstückstisch liegen haben würde. Alle diese Annehmlichkeiten müssen schließlich irgendwie in das Ausseerland geliefert werden. Und dadurch erhöht sich zwangsläufig der Verkehr.
Unfälle an der B 145
Der steigende Verkehr auf der Salzkammergut-Bundesstraße zieht natürlich eine erhöhte Unfallhäufigkeit nach sich. Die Bundesanstalt für Statistik in Wien zählte im vergangenen Jahr 162 Unfälle am gesamten Verlauf der B 145 (von Trautenfels bis Vöcklabruck), bei den 246 Personen verletzt wurden. Acht Personen wurden bei diesen Unfällen getötet. Bei diesen 162 Unfällen mit Personenschaden waren bei zehn Unfällen schwere Lkw involviert (Lkw über 3,5 Tonnen). Zwölf Personen wurden dabei verletzt, keine getötet.
Wetterbericht für - Ennstal
20 °C
Bad Aussee
19 °C
Schladming
18 °C
Aigen
Kontakt
Wallig, Ennstaler Druckerei und Verlag GmbH
Hauptplatz 36
8962 Gröbming, Austria
Tel: +43 (0) 3685 / 22 1 21-0
Fax: +43 (0) 3685 / 22 3 21
E-Mail: redaktion@derennstaler.at
Ennstal News immer sofort über RSS-Feed abrufen
Mit den unseren RSS-Feeds sind Sie immer topinformiert: Wir bringen Ennstal Nachrichten immer top aktuell auf Ihren Bildschirm, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

 Feed: Aktuelle Nachrichten
 Feed: Nachrichten Archiv
 Feed: Veranstaltungen
 Feed: Web-Tipps
Der Ennstaler - YouTube Channel
Ob Kinospots der angesagtesten Veranstaltungen oder Videoberichte, die wir für Sie zur Verfügung stellen. Auf unserem YouTube Channel sind Sie multimedial über die Top-News im Ennstal informiert! 

http://www.youtube.com/DerEnnstaler
Werbung
Ennstal [IT]
HAND+FUSS; Werbe und Konzeptagentur GmbH
Show Connection Veranstaltungs GmbH