Die Profiverhinderer
07. Oktober 2011:Es ist ziemlich egal, welches Vorhaben in unserem Land geplant wird, man kann sich darauf verlassen, dass sich sofort eine demonstrierende Gegnerschaft entwickelt. Sei es die Ennstalbundesstraße, der Red-Bull-Ring, das Murkraftwerk in Graz, das Einkaufszentrum in Bad Aussee oder die 380-kV-Ringleitung. Milliarden an verlorener Wertschöpfung, Tausende Arbeitsplätze, grüne Energie und Versorgungssicherheit, das alles zählt in unserem Land nichts. Ganz im Gegenteil, mit der Umweltanwaltschaft bezahlt das Land Steiermark sogar eine Stelle, die weisungsfrei professionelle Verhinderung betreibt.
Das Ansinnen einiger Regierungsmitglieder, dieser Behörde ein Ende setzen zu wollen, kann man durchaus verstehen. Oft genug scheitert auch die Umsetzung von Landesvorhaben an der Behörde, die quasi ihren eigenen Arbeitgeber untergräbt und Verfahren in die Länge zieht. Zudem würden durch eine etwaige Abschaffung Anrainerrechte ja nicht beschnitten. Und in Zeiten, wo im Landesbudget jeder Cent zweimal umgedreht wird, darf es keine Denkverbote bei einer möglichen Verschlankung der Verwaltung geben.
Zudem gibt es zahlreiche Projekte im Land, vor allem in der Energieerzeugung mit Wind- und Wasserkraft und im Tourismus, gegen die kein Anrainer oder irgendwie anders Betroffener etwas einzuwenden hat und die trotzdem von der Umweltanwaltschaft beeinsprucht werden. Die Folge sind lange Verzögerungen und hohe Kosten, während die Bauwirtschaft händeringend auf die Aufträge warten muss. Es ist ohnehin schwer genug, in diesem Land irgendetwas zu realisieren, daher könnten wir auf eine Profiverhinderungsbehörde in Graz wirklich verzichten.
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