Am Weg nach Griechenland
18. November 2011:Gerade die zwei krisengeschüttelten Länder Griechenland und Italien scheinen etwas hervorzubringen, was man in Europa schon seit längerem vermisst: ordentliches politisches Personal. Denn während ringsum nur beruhigt wird und man tatenlos hofft, dass schon alles irgendwie gutgehen wird, haben diese beiden Länder jetzt Regierungschefs, die wirklich von Wirtschaft eine Ahnung haben. Zudem sind sie Fachleute, denen zuzutrauen ist, ohne jeden Populismus Reformen wirklich durchzuziehen und nicht beim ersten Windhauch umzufallen.
Sollte sich dieser Trend auch auf andere europäische Länder übertragen, dann kann man tatsächlich guter Hoffnung sein, dass man diese Krise übersteht und die europäischen Staatshaushalte langfristig saniert werden können. In den allermeisten Staaten Europas lebt man nämlich seit Jahrzehnten einfach über seine Verhältnisse und selbst Länder wie Deutschland und Österreich brauchen radikale Reformen, wenn man die Zahlungsfähigkeit längerfristig erhalten will. Allerdings geht es uns scheinbar noch zu gut, und das politische Personal will sich immer nur bis zur nächsten Wahl durchschwindeln.
So werden immer höhere strukturelle Defizite aufgebaut, und die für eine Kehrtwende nötigen Maßnahmen werden immer drastischer. Hätte man Verwaltungsreform, Pensionsantrittsalter und andere Großbaustellen schon vor zehn Jahren in Angriff genommen, würde wir heute blendend dastehen. Nachdem sich aber unsere Politiker auch heute noch um jede Reform herumdrücken, werden auch bei uns drastische Maßnahmen wie in Griechenland nötig werden. Und eins ist gewiss: Je später wir beginnen, desto schmerzhafter wird es für jeden Einzelnen werden.
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