Allheilmittel Größe?
30. September 2011:Mit der Zusammenlegung der Bezirkshauptmannschaften Judenburg und Knittelfeld ist der steirischen Landesregierung so etwas wie der Startschuss zur Neuorganisation des Landes gelungen. Jetzt folgt der wohl schwierigste Teil dieser Bemühungen, nämlich bis 2015 durch die Zusammenlegung von Gemeinden den größten Brocken zu stemmen. Immerhin 542 Gemeinden gibt es derzeit, und auch wenn man die Pläne der Regierung nicht genau kennt, ist eines klar: Es sollen wesentlich weniger werden.
Damit will man sich ganz massiv Kosten sparen, was auf den ersten Blick absolut plausibel ist. Man spart sich die Gehälter der drei Gemeindevorstände, verschiedenste Aufgaben in der Verwaltung, bei der Straßenerhaltung, im Musikschulwesen oder im Pflegebereich können gemeinsam bewältigt werden, wodurch Synergien gehoben werden können. So könnte man vereinfacht sagen, man legt drei Gemeinden zusammen, und was bisher drei Mitarbeiter gemacht haben, müssen dann eben zwei schaffen. Soweit die Theorie, und es ist zu wünschen, dass es auch in dieser Art funktioniert.
Andererseits lauern auch zahlreiche Gefahren. Wenn man gegen den Willen der Beschäftigten und der Amtsträger diese Zusammenlegungen verordnet, dann wird man schnell erkennen, dass der Widerstand gegen das Ungeliebte auch alle Einsparungen zunichte macht. Dienst nach Vorschrift statt Engagement kostet sicher mehr als kleinere Einheiten. Und schon jetzt gelingt es gerade kleinen Gemeinden oft hervorragend, sparsam und effizient zu wirtschaften, wogegen es genug große Gemeinden gibt, die trotz sprudelnder Einnahmen ihr Budget nicht im Griff haben. Größe allein ist kein Allheilmittel, sonst müsste Wien die sparsamste und bestverwaltete Gemeinde Österreichs sein.
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