Aktion „Ennstaler helfen im Sölktal“ erfolgreich beendet
09. September 2011:Nach einer Begehung des Katastrophengebietes vor etwa einem Jahr durch ein Expertenteam des LFZ Raumberg-Gumpenstein war klar, dass die damals hoch aktiven Einsätze des Bundes (Bundesheeres, Wildbach- und Lawinenverbauung) und des Landes (Förderungen, Agrarbehörde) noch durch eine dritte Säule der Hilfe gestützt werden sollten.
Es wurden zwei Ziele formuliert und rasch umgesetzt. Das erste Ziel war die notwendige fachliche Beratung zur Wiederbegrünung der Almflächen. Diese Aufgabe wurde von Dr. Karl Buchgraber in den ersten Septemberwochen 2010 umgesetzt. Das zweite Ziel betraf jene Arbeiten, die maschinell nicht zu erledigen waren. Der Aufgabenbereich reichte vom Säubern der Almflächen von Steinen und Holz, über die Errichtung von Stacheldraht- und Elektrozäunen, bis zum Verteilen von Heu und Stroh. Zusätzlich wurden große Flächen neu eingesät und in einigen Bereichen gefährliche Randabbrüche beseitigt. Mag. Thomas Guggenberger vom LFZ stellte sich als Organisator vor einem Jahr dieser Aufgabe und konnte mit den Almbauern, dem „Ennstaler“ als Medienpartner sowie der Agrarbehörde, der Landjugend, der Gemeinde Kleinsölk und dem Naturpark Sölktäler die Plattform „Ennstaler helfen im Sölktal“ gründen. Bereits am 11. und 12. September 2010 und noch einmal am 14. Mai 2011 wurde ein Aktionstag abgehalten, der über den „Ennstaler“ beworben wurde und deshalb regen Zuspruch fand. Zusätzlich stellten sich schon im Herbst aber auch im heurigen Frühjahr mehrere Klassen der Landwirtschaftlichen Fachschulen Grabnerhof und Gröbming, des LFZ Raumberg-Gumpenstein und des BG/BRG Stainach in den Dienst der guten Sache. Erfreulicherweise haben sich auch weitere Gruppen wie verschiedene Ortsstellen des Alpenvereins und der Naturfreunde, der Bergrettung und der Freiwilligen Feuerwehr dem gemeinsamen Ziel angeschlossen und zum Teil völlig eigenständige Einsätze organisiert. Die Einsatzorte berührten alle betroffenen Almen, aber auch einige Flächen in Hinterwald.
Die praktische Umsetzung wäre aber nicht gelungen, wenn nicht zahlreiche private und gewerbliche Spender dem Aufruf der Aktion gefolgt wären, um finanzielle Mittel oder Sachspenden für die Verpflegung und den Transport zur Verfügung zu stellen. Fast genau ein Jahr nach den ersten Aktivitäten wurde am Montag dieser Woche bei einer Abschlusssitzung in der Breitlahn ein äußerst erfreuliches Resümee gezogen und gleichzeitig die Hilfsaktion als beendet erklärt. Zu den erbrachten Leistungen berichtete Mag. Guggenberger: „Innerhalb des Aktionszeitraumes von einem Jahr haben rund 900 Helferinnen und Helfer in Summe rund 6500 Arbeitsstunden geleistet. Begleitend stellten eine große Anzahl von Spenderinnen und Spendern rund 14.000 Euro an Geld- und etwa 2600 Euro an Sachspenden zur Verfügung. Die finanziellen Mittel wurden mit rund 7700 Euro für die Verpflegung, 1500 Euro für den Transport der Schulklassen und 400 Euro für Material und Werkzeuge verwendet. Pro Arbeitsstunde entstand ein Aufwand von rund 1,50 Euro. Der Spendenüberhang von 7000 Euro wird den betroffenen Almbauern nach dem Verhältnis der von den Landesbehörden genehmigten finanziellen Aufwendungen übergeben. Bei einem Mindeststundensatz von 8 Euro kann das Gesamtvolumen der Aktion mit rund 70.000 Euro bewertet werden.“
Diese Leistungsbilanz wird aber noch durch eine sehr persönliche und menschliche Komponente erweitert. Der Ausbruch der Naturgewalten hat die betroffenen Menschen stark verunsichert. Durch den raschen Einsatz aller aktiven Organisationen haben die Betroffenen aber schnell wieder ihre innere Sicherheit und Ruhe zurückgewonnen. Als in den letzten Septembertagen 2010 das erste Grün wieder sichtbar wurde, spürte man, wie ein Ruck durch die ganze Hilfsaktion ging und alle für das heurige Finale wieder Kraft geschöpft haben.
Als Medienpartner dieser Aktion bedankt sich der „Ennstaler“ im Namen des Teams rund um Thomas Guggenberger bei allen Helferinnen und Helfern sowie bei allen Spenderinnen, Spendern und Unternehmen, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Namentlich erwähnen möchten wir in diesem Zusammenhang die Landmarkt KG, die Brauerei Schladming, die Fleischerei Tasch und ganz besonders den „Steffl Bäck“, der für alle heurigen Hilfstage die Hälfte des Gebäcks kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Danke sagen wir auch den letzten Spenderinnen und Spendern Hermann Gartner, Jakob Holzinger, Josef Stiegler und Fred. Ger. Clem. V. D. Linden.
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