22. Almbauerntag an der Fachschule Gröbming
17. März 2011:Neben den westlichen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg ist wohl die Steiermark als vierte österreichische Region ein Land der Almen. 57.000 Hektar Almfutterflächen mit 1980 Almen, auf denen sommersüber nahezu 50.000 Jungrinder, 1500 Milchkühe, 6500 Schafe, 100 Ziegen und 900 Pferde von über 900 Almhaltern betreut werden, rücken das Bundesland in die vorderen Ränge dieser Bewirtschaftungsart.
Almbauern-Landesobmann Ing. Toni Hafellner konnte neben vielen steirischen Almbäuerinnen und -bauern eine ganze Reihe von Ehrengästen aus Landwirtschaft und Öffentlichkeit im großen Lehrsaal der Gröbminger LFS willkommen heißen. Mit Bgm. Alois Guggi anwesend Almbauern-Bundesobmann LR Ing. Erich Schwärzler aus Vorarlberg, Landeskammer-Vizepräsident ÖR Hans Resch mit Tierzuchtdirektor DI Johann Bischof und Bezirkskammerobmann Peter Kettner, Landesalminspektor HR DI Georg Zöhrer vom Amt der Landesregierung, Bezirks-Almbeauftragter DI Franz Bergler, NAbg. Elisabeth Hakel, die beiden regionalen Landtagsabgeordneten DI Odo Wöhry und Karl Lackner, Raiffeisen-Verbandsobmann Franz Titschenbacher, BH-Expositurleiter HR Dr. Florian Waldner, Naturpark-Sölktäler-Obmann Bgm. Albert Holzinger mit Geschäftsführer DI Volkhard Maier sowie die Fachschuldirektoren Ing. Josef Rottensteiner als gastgebender Hausherr, Ing. Christian Hornek vom Grabnerhof und HR Dr. Albert Sonnleitner vom LFZ Raumberg.
Nach dem musikalischen Willkommen durch die Hausmusik der FS Gröbming stellte Ing. Josef Rottensteiner seine Gröbminger Schule mit ihren vielfachen Lehrbereichen speziell für die bergbäuerliche Bewirtschaftung, zu der auch die Almwirtschaft gehört, vor und Bgm. Alois Guggi präsentierte seine Gemeinde. Almbauern-Landesgeschäftsführer DI Peter Gutschlhofer brachte den Kassenbericht. Odo Wöhry, Leiter der Agrarbezirksbehörden Liezen-Leoben, sprach die Problematiken der Almflächenfeststellung, den Almwirtschaftsplan, die Wegeerschließung zu den Almen und Natura 2000 aus Sicht seiner Behörde an. Landes-Alminspektor Georg Zöhrer brachte Aspekte der Almförderungen, der Futterflächen-Feststellung und der Entfernungsproblematik Höfe – Almen ins Gespräch. Für die im Sommer 2010 vom Hochwasser betroffenen Almgebiete in der Kleinsölk stellte das Land 200.000 Euro an Soforthilfe bereit.
In seinem Festvortrag zum Thema „Die Zukunft einer erfolgreichen Almwirtschaft“ ging der Agrarsprecher im Steirischen Landtag, Karl Lackner, explizit auf die Kulturleistungen ein, die von den Almbauern und -bäuerinnen bewältigt werden. Mit ihrer Arbeit sorgen sie sich um Tradition und Geschichte, um Artenvielfalt, um natürliche Produkte und Nahrungsmittel und für sie sind die Almen oft über Monate Wohnort und Arbeitsplatz. Erich Schwärzler, der profilierte Vorarlberger Agrarpolitiker und Bundesobmann, stellte fest, dass die Konsumenten Sehnsucht nach Produkten originaler Herkunft haben und mit Blick auf Natura 2000, dass die Problematik nur gemeinsam im Dialog zwischen Eigentümern und Naturschutz lösbar ist. Zukunftsfähige Almwirtschaft verlange einen toleranten Spielraum.
Freundliche Grußworte kamen von Nationalrätin Elisabeth Hakel und Kammer-Vize Hans Resch, der Schutz für und Respekt vor dem Eigentum forderte: Vertragsnaturschutz ja, aber nicht verordnet.
Aus den unmittelbaren Ennstaler Regionen wurden für zehn Jahre Almbewirtschaftung geehrt: Maria und Viktor Zelzer aus Oppenberg auf der Hinter-Gullingalm sowie Maria Schmalengruber aus Gröbming auf der Mautneralm in St. Nikolai. Ein delikater Rindsbraten aus der feinen Schulküche stärkte die Versammlungsteilnehmer für die nachmittägige Exkursion zur Ausstellung ins Sölker Schloss „Gold der Almen“.
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