Dörfelstein sichert nahezu 200 Arbeitsplätze im Bezirk

8. Juli 2010:
Im Beisein hochrangiger politischer Vertreter des Landes, der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens wurde am Donnerstag vergangener Woche der Gipsabbau am Dörfelstein durch den Baustoffproduzenten Knauf offiziell in Betrieb genommen. Der am Dörfelstein gewonnene Naturgips sichert auf zumindest 30 Jahre den Knauf-Standort in Weißenbach bei Liezen und damit 179 Arbeitsplätze im Bezirk Liezen – österreichweit sind es sogar 230.

Wer im Bezirk Liezen wirtschaftliche oder infrastrukturelle Veränderungen herbeiführen will und dabei mit der Natur in Berührung kommt, dem bläst im wahrsten Sinn des Wortes ein rauer Wind entgegen. Verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen, Bürgerinitiativen, Advokaten, selbsternannte Weltverbesserer oder Personen, die ein solches Projekt als politische Plattform (miss)brauchen, sorgen meist dafür, dass diese verhindert oder zumindest auf Jahre hinaus verzögert werden. Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein Unternehmen jahrelange Verzögerungen in Kauf nimmt und trotzdem an dem Projekt festhält, um einen Produktionsstandort und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern, wie das Familienunternehmen Knauf.
Lange bevor sich die Gipsvorkommen im bisherigen Abbaugebiet am Phyrn bei Liezen dem Ende zuneigten, machte sich das Unternehmen auf die Suche nach neuen Abbaustätten und wurde am Dörfelstein bei Hall fündig. Doch bald regte sich in den Anrainergemeinden Hall und Weng Widerstand gegen die Pläne der Firma Knauf, Gips am Dörfelstein abzubauen. Letztendlich konnten Initiativen und eine politische Fraktion das Projekt zwar nicht verhindern, doch um einige Jahre verzögern.
Auf die Hürden, die das Unternehmen bis zur endültigen Abbau-Bewilligung zu nehmen hatte, ging auch Knauf-Geschäftsführer KR Otto Ordelt in seiner Rede bei der offiziellen Inbetriebnahme der Abbaustätte ein: „Es gab viele ehrliche Anliegen, die wir sehr ernst genommen haben, aber auch Personen die das Projekt als politische Plattform nutzten. Doch wer sich an Gesetze hält, bekommt letztlich auch recht“, so Ordelt. Der Geschäftsführer verwies auch darauf, dass ein Familienunternehmen wie Knauf gegenüber seinen Mitarbeitern und deren Familien Verantwortung zu tragen hat und dieser mit der Realisierung des Projekts auch nachgekommen sei. „Das Gipsvorkommen am Dörfelstein bedeutet eine Sicherung des Produktionsstandortes Weißenbach bei Liezen mit derzeit 179 Mitarbeitern für zumindest 30 Jahre“, so Ordelt.
LH Franz Voves ging in seinen Grußworten auf die enorme Bedeutung von sicheren Arbeitsplätzen in Krisenzeiten ein und dankte der Firma Knauf in diesem Zusammenhang für ihr Engagement. „Für mich und Landesrat Manfred Wegscheider stand immer außer Zweifel, dass ein europaweit erfolgreich tätiges Unternehmen wie die Firma Knauf in der Region gehalten werden muss“, so Voves.
Nach der Segnung durch die Pfarrherren Josef Schmidt und Johannes Hanek eröffneten KR Otto Ordelt, LH Franz Voves und Eigentümervertreter Carlo Knauf mittels Signalhorn offiziell die Abbaustätte am Dörfelstein, aus der jährlich 150.000 Tonnen Rohgips gewonnen werden sollen. Am Abbaugebiet Phyrn, das Ende April geschlossen wurde, ist derzeit die Renaturierung und Rekultivierung voll im Gang. Unter den zahlreichen Gäs¬ten der Eröffnungsfeier waren auch NAbg. Elisabeth Hakel, Landesrat Manfred Wegscheider, NAbg. DI Odo Wöhry, die Bürgermeister Rudolf Pollhammer, Rudolf Hakel und Hermann Watzl sowie Bezirkshauptmann Dr. Josef Dick und eine Abordnung aus dem Abbaugebiet der Firma Knauf in Tragöß.
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